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Analyse: Wen holt sich Clinton als Vize an die Seite?

Washington Analyse: Wen holt sich Clinton als Vize an die Seite?

Bei den Republikanern hat der „bunte Hund„ Donald Trump mit Mike Pence einen konservativ-blassen Politiker zum Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten gemacht. Was macht Hillary Clinton im Gegenzug bei den Demokraten? Eine Entscheidung könnte sehr bald fallen.

Washington. Dass Hillary Clinton bei den US-Demokraten nächste Woche zur Präsidentschaftskandidatin gemacht wird - daran zweifelt niemand mehr.

Doch wer soll ihr Vize werden? Wen nimmt sie in den nächsten drei Monaten mit auf Wahlkampftour gegen Donald Trump? Wer wäre im Notfall auch geeignet, ins Präsidentenamt aufzurücken? Die Deutsche Presse-Agentur beleuchtet sechs mögliche Namen und deren Chancen.

TIM KAINE (58)

Der frühere Gouverneur von Virginia ist politisch sehr erfahren und gilt als moderat. Von 2006 bis 2010 war er Gouverneur von Virginia, seit 2013 vertritt er den Bundesstaat im Senat. Aus seiner Zeit im Parteivorsitz (2009 bis 2013) ist er gut vernetzt. Dass die Demokraten während seiner Amtszeit die Mehrheit an die Republikaner verloren, wurde nicht ihm angelastet. Allerdings war er in eine Affäre um Wahlkampfgeschenke verwickelt. Kaine spricht fließend Spanisch, wichtig für die große und vielleicht wahlentscheidende hispanische Minderheit. Wahrscheinlichkeit: ziemlich hoch.

TOM VILSACK (65)

Der ehemalige Gouverneur von Iowa ist ein langjähriger persönlicher Freund Hillary Clintons - und kommt aus einem bei der Wahl im November wichtigen Swing State. Vilsack ist im Waisenhaus und bei Adoptiveltern aufgewachsen, kennt den für die Demokraten oft schwierigen Mittleren Westen. Für die Demokraten wäre das ein guter Konter gegen Trump, der sich in den ländlichen Staaten großen Zulauf vor allem von einfachen Leuten verspricht. Vilsack gilt als solide und erfahren, besonders aber als loyal. Für Barack Obama arbeitet er als Landwirtschaftsminister, hat also Regierungserfahrung. Wahrscheinlichkeit: Ziemlich hoch.

TOM PEREZ (54)

Der Menschenrechtsanwalt wäre ein Angebot an die Linke bei den Demokraten, das Bernie-Sanders-Lager, sowie an die Latino-Fraktion. Perez, Sohn von Einwanderern aus der Dominikanischen Republik, dient derzeit als Arbeitsminister in der Regierung von Obama. Ihm werden gute Kontakte zu Gewerkschaften nachgesagt. Er gilt außerdem als talentierter Redner. Andererseits ist Perez nicht besonders bekannt und hat vor allem außenpolitisch kaum Erfahrung. Er wird auch nicht als der Kandidat gesehen, der Brücken zu konservativeren Wählerschichten schlagen könnte. Wahrscheinlichkeit: Mittel.

CORY BOOKER (46)

Der Senator aus New Jersey gilt als Aufsteiger - und ist der einzige Schwarze in der engeren Auswahl. Der Jurist und frühere Bürgermeister von Newark ist als hervorragender Kommunikator bekannt, zu Hause in den Sozialen Netzwerken. Als Medienmann könnte er als Gegenpol zu Trump dienen. In den vergangenen Tagen hat er sich als großer Fürsprecher für Clinton und als erbitterter Gegner von Donald Trump vernehmen lassen. Wahrscheinlichkeit: Mittel

ELIZABETH WARREN (67)

Ein Frauen-Duo auf dem Weg ins Weiße Haus? Das wäre für Clinton ein großes Risiko, würde sie sich doch stark auf ein Thema festlegen lassen. Warren ist eine einflussreiche Senatorin aus Massachusetts und Strippenzieherin der Demokraten, Donald Trump hat sich seit langer Zeit auf sie eingeschossen, verspottet Warren regelmäßig als „Pocahontas“. Er unterstellt Warren, sich fälschlicherweise als indianisch-stämmig bezeichnet und damit als Teil einer Minderheit Sonderrechte in Anspruch genommen zu haben. Warren gilt politisch als progressiv, könnte einige der Anhänger von Bernie Sanders auf Clintons Seite ziehen. Andererseits wird sie im Senat gebraucht. Wahrscheinlichkeit: Eher gering.

JULIAN CASTRO (41)

Der amtierende Wohnungsminister in der Obama-Administration hat zwar hispanische Wurzeln, spricht aber nicht fließend Spanisch. Die Latino-Karte kann er deshalb nur bedingt spielen. Als Texaner kommt er aus einem Staat, den die Demokraten ohnehin praktisch nicht gewinnen können. Auf der anderen Seite ist er ein frisches Gesicht, das Clinton gegen die die Anti-Establishment-Kritik einsetzen könnte. Wahrscheinlichkeit: Eher gering.

dpa

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