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11:02 12.05.2017
Wahlplakate der nordrhein-westfälischen Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und des CDU-Spitzenkandidaten Armin Laschet in Düsseldorf. Quelle: Federico Gambarini
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Düsseldorf

Wie steht es um Nordrhein-Westfalen im Vergleich der Bundesländer. 

Ein Blick auf wichtige Politikfelder.

ARBEITSLOSIGKEIT:

Um fast 74 000 ist die Zahl der Arbeitslosen in NRW in den vergangenen sechs Jahren gesunken. Die Arbeitslosenquote sank im Jahresdurchschnitt von 8,7 Prozent (2010) auf 7,7 Prozent (2016). Im Vergleich der Bundesländer ist NRW dennoch abgerutscht. Im Jahresdurchschnitt 2010 hatten noch sieben Länder eine höhere Arbeitslosenquote: Bremen, Berlin und ostdeutschen Länder. 2016 war auch in Sachsen und Thüringen die Quote niedriger als in NRW. Der Anteil Nordrhein-Westfalens an der Gesamtarbeitslosigkeit in Deutschland stieg von 24,1 Prozent (2010) auf 27,0 Prozent (2016).

ARMUT: In Nordrhein-Westfalen steigt die sogenannte Armutsgefährdungsquote seit Jahren kontinuierlich. Von 2010 bis 2015 wuchs der Anteil der Menschen mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens in Deutschland von 15,4 auf 17,5 Prozent. Höher als in NRW ist die Quote in Berlin, Bremen und vier der fünf Ost-Länder. Auch die sogenannte Kinderarmut stieg in diesem Zeitraum - von 20,9 Prozent (2010) auf 22,9 Prozent (2015). Im Vergleich zu 2014 ist die Armutsgefährdungsquote bei unter 18-Jährigen aber um 0,7 Prozentpunkte gesunken. Unter den Bundesländern liegt NRW damit im Mittelfeld.

SCHULE: Die Ausgaben pro Schüler liegen in Nordrhein-Westfalen unter dem Bundesdurchschnitt. Während deutschlandweit 2014 pro Schüler an allen Schulen 6700 Euro aus öffentlichen Haushalten aufgewendet wurden, waren es in NRW 800 Euro weniger. Nur Schleswig-Holstein hat weniger pro Schüler ausgegeben. Der NRW-Schuletat ist laut Ministerium seit 2010 von 13,9 auf 17,9 Milliarden Euro gestiegen.

KITA: Am 1. März 2010 waren in Nordrhein-Westfalen 14 Prozent aller Kinder unter drei Jahren in einer Tagesbetreuung. Bis zum 1. März 2016 stieg die Betreuungsquote auf 25,7 Prozent. Die „rote Laterne“ unter den Bundesländern hat NRW damit nicht abgegeben. Der Rückstand von NRW auf den Bundesschnitt verringerte sich aber von 9 Prozentpunkten (2010) auf 7 Punkte (2016). Besser als der Bundesschnitt schneidet NRW bei der Personalausstattung der U3-Gruppen ab: Zum Stichtag 1. März 2016 kümmerte sich rein rechnerisch jede ganztags tätige Betreuerin um 3,8 Kinder; im Bundesschnitt waren es 4,3 Kinder.

KRIMINALITÄT: Die Zahl der von der Polizei in Nordrhein-Westfalen erfassten Straftaten liegt seit Jahren relativ konstant bei etwa 1,5 Millionen. Im vergangenen Jahr waren es 1,47 Millionen, die Aufklärungsquote betrug 50,7 Prozent. Nur in den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen war die Quote schlechter. Beim Aufklärungs-Spitzenreiter Bayern betrug sie 65,9 Prozent. Bei den Wohnungseinbrüchen gibt es in der Statistik relativ starke Schwankungen. 2010 wurden in NRW knapp 45 000 Fälle gemeldet, im vergangenen Jahr waren es rund 52 500. Besonders hoch war die Zahl der Einbrüche 2015 mit gut 62 000. Die Aufklärungsquote bei den Wohnungseinbrüchen betrug im vergangenen Jahr 16,2 Prozent.

dpa

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