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Arlene Foster: Mays umstrittene Königsmacherin

Porträt Arlene Foster: Mays umstrittene Königsmacherin

Der Nordirlandkonflikt sitzt Arlene Foster tief in den Knochen. Als sie acht Jahre alt ist, schießen pro-irische IRA-Kämpfer ihrem Vater in den Kopf.

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Großbritanniens Premierministerin Theresa May und die Vorsitzende der DUP, Arlene Foster, in London.

Quelle: Tolga Akmen

London/Belfast. Der Nordirlandkonflikt sitzt Arlene Foster tief in den Knochen. Als sie acht Jahre alt ist, schießen pro-irische IRA-Kämpfer ihrem Vater in den Kopf.

Das kleine Mädchen sieht den Polizisten blutüberströmt in das heimische Bauernhaus kriechen, wie Foster später berichtet. Als Teenager erlebt sie bei einem Anschlag auf ihren Schulbus, wie Klassenkameraden schwer verletzt werden.

Mit diesen Traumata ist die heute 46 Jahre alte Politikerin, die Theresa May als Premierministerin im Amt halten kann, keine Ausnahme. Der Konflikt zwischen pro-irischen Republikanern und pro-britischen Unionisten prägt den Alltag in Nordirlands Politik und Gesellschaft.

Fosters politische Laufbahn beginnt während des Studiums in Belfast. Sie schließt sich der pro-britischen UUP an und wird Abgeordnete in ihrer idyllischen Heimat-Grafschaft Fermanagh. 2003 verlässt sie die UUP, auch aus Protest gegen das Karfreitagsabkommen, das bis heute einen zerbrechlichen Frieden in Nordirland sichert.

Foster läuft zur Democratic Unionist Party (DUP) über, die nun eine konservative Minderheitsregierung für Großbritannien dulden will. Die als ehrgeizig und hart geltende Juristin steigt schnell auf in der strikt konservativen Partei, die gegen Abtreibung und Homo-Ehe ist, am Klimawandel bezweifelt und über die Todesstrafe diskutiert. 2015 übernimmt sie den Parteivorsitz, Anfang 2016 das Amt der regionalen Regierungschefin Nordirlands, genannt Erste Ministerin.

Eine Art Nichtangriffspakt mit ihrem Vize Martin McGuinness von der katholisch-republikanischen Partei Sinn Fein bringt der dreifachen Mutter Lob ein, aber im Januar 2017 zerbricht die Regierung nach einem Streit über ein misslungenes Ökoenergie-Förderprogramm.

In der folgenden Neuwahl holt die DUP nur einen Sitz mehr als Sinn Fein, bis heute laufen die Verhandlungen über eine neue Regierung. Die Affäre kostet Foster viel Autorität auch in der eigenen Partei, Rücktrittsforderungen ignoriert sie aber eisern. Kritiker werfen Foster vor, auf jede Kritik mit Gegenangriffen zu reagieren.

dpa

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