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Nachrichten Politik Atombomben sollen Testanlage beschädigt haben
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12:27 26.04.2018
Der nordkoreanische Diktator Kim Jong Un (2.v.r.) schaut sich an einem nicht näher spezifizierten Ort in Nordkorea einen vorgeblichen Atomsprengkopf an. Quelle: AP
Peking


Nach Angaben der „South China Morning Post“ (SCMP) ist das Testgelände im Norden des Landes kollabiert. Das hätten zwei chinesische Forscherteams unabhängig voneinander betätigt. Das Unglück habe sich in der Punggye-ri-Testgelände ereignet, wo fünf der vergangenen sechs Nukleartests der Nordkoreaner stattgefunden hätten, so die „SCMP“ weiter.

Danach habe die jüngste Kernexplosion ein Loch in den Mount Mantap gerissen, so dass die Anlage später zusammengestürzt sei. Die zweite Forschergruppe gab an, dass sich dadurch ein „Kamin“ gebildet haben könnte, der radioaktiven Fallout aus der Region in höhere Luftzonen transportieren würde. Ein Forscherteam unter der Leitung von Wen Lianxing, Geologe an der Chinesischen Universität für Naturwissenschaften und Technologie in Hefei, kam zu dem Schluss, dass der Berg im vergangenen Herbst nach der Detonation des bisher stärksten nuklearen Sprengkopfs 700 Meter unter dem Gipfel kollabiert sei.

Die Erkenntnisse der Forscher könnten erklären, warum Kim Jong Jun auf weitere Atomtests verzichten wolle. Die überraschende Aussage wurde vor seinem für Freitag geplanten Gipfel mit Südkoreas Präsident Moon Jae In und einem für Ende Mai oder Anfang Juni geplanten Treffen Kims mit US-Präsident Donald Trump publik.

China warnte Nordkorea vor Nuklear-Katastrophe

Die Chinesen hatten bereits im Oktober 2017 die nordkoreanischen Behörden vor der Gefahr einer nuklearen Katastrophe vor Ort gewarnt.

Der Zusammenbruch des Berges bestätige die Befürchtungen, dass es zur Freisetzung radioaktiven Fallouts gekommen sei oder noch kommen werde, so die Zeitung. Bisher hatte der Mount Matap keine äußeren Schäden nach den Atomtests gezeigt. Doch die Detonation der 100-Kilotonnen-Bombe am 3. September 2017 hatte große Felsmengen mit bisher unbekannter Hitze einfach weggeschmolzen und einen Krater von bis zu 200 Metern Durchmesser gerissen. Damit war sie mindestens zehn Mal stärker als alle Bomben, die Nordkorea bisher testete. Zum Vergleich: Die von den USA 1945 über Hiroshima abgeworfene Atombombe hatte eine Kraft von rund 15 Kilotonnen.

Durch die Schockwelle sei ein großer Teil des Bergrückens rund 500 Meter unterhalb des Gipfels abgebrochen und in den Krater gestürzt – eine Veränderung, die auf Satellitenbildern nachweisbar sei.

Massiver Rückschlag für Nordkoreas Atomprogramm

Hu Xingdou, Pekinger Forscher und Experte in Sachen Nordkorea und dessen Atomprogramm, nannte es höchstwahrscheinlich, dass Pyöngyang von Peking mit einer eindringlichen Warnung alarmiert worden sei. „Die Detonation hat nicht nur das Testgelände destabilisiert, sondern das Risiko einer Eruption des Changbai erhöht, eines großen und aktiven Vulkans in der Region“, so Hu, der seine Hochschule aus Sicherheitsgründen nicht nennen wollte.

Nach Hus Angaben sei der Zusammenbruch des Berges ein massiver Rückschlag für Nordkoreas Atomprogramm.

Bisher habe man in der chinesischen Grenzregion noch keine erhöhten radioaktiven Werte festgestellt, sagte der Pekinger Professor Guo Qiuju der „SCMP“. „Aber wir werden die nähere Umgebung weiterhin mit einer Vielzahl hochsensibler Messgeräte und die Daten in Top-Labors analysieren.“

Die chinesische Studie ergebe einen Sinn und fuße auf nachvollziehbarer Forschung, sagte Rowena Lohman, eine Seismologin an der Cornell University im US-Staat New York.

Von RND/dk

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