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Nachrichten Politik Australien plant Großstadt-Verbot für Einwanderer
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12:01 09.10.2018
Sydney ist ein Ballungsgebiet in Australien. Die Regierung plant, Visa daher an Wohnortsbestimmungen zu knüpfen. Einwanderer dürften dann einige Jahre nicht in der Stadt leben. Quelle: picture alliance / Bildagentur-o
Canberra

Von wegen Opernhaus und Strand: Die australische Regierung erwägt, Einwanderern die Niederlassung in den beiden größten Metropolen des Landes, Sydney und Melbourne, für einen bestimmten Zeitraum zu untersagen. Ziel sei, die Verdichtung in den zwei Ballungsräumen zu verringern, sagte der Minister für Städte, urbane Infrastruktur und Bevölkerung, Alan Tudge. Erwogen werde eine Sperre von fünf Jahren nach der Ankunft im Land, berichtete die Zeitung „The Australian“.

Visabestimmungen, die vorsehen, dass Einwanderer für mehrere Jahre an weniger gefragten Orten leben müssen, könnten die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass sie sich dort dauerhaft niederlassen, erklärte Tudge. „Fast jedes Visum ist an Bedingungen geknüpft, und so wäre es nichts Ungewöhnliches, eine geografische Zuordnung an ein bestimmtes Visum zu knüpfen“, sagte Tudge im australischen Rundfunk ABC. Wer aber von einem Arbeitgeber unterstützt werde oder einen australischen Ehepartner habe, solle von einer solchen Regelung ausgenommen werden.

In Sydney und Melbourne leben zwei von fünf Australiern

Australien ist eines der weltweit am dünnsten besiedelten Länder. Ein hoher Anteil seiner 25 Millionen Bewohner lebt in Städten. Allein in Sydney und Melbourne leben etwa zwei von fünf Australiern. Die Bevölkerung wächst jährlich um 1,6 Prozent, so schnell wie kein anderes hochentwickeltes OECD-Land abgesehen von Kanada.

Die Zahl der Einwohner von Melbourne legte im vergangenen Jahr um 2,7 Prozent zu, die von Sydney um 2,1 Prozent. 87 Prozent der Zuwanderer dort sind qualifizierte Fachkräfte. Auch die meisten Flüchtlinge leben in den zwei Städten. Ein Viertel aller Visa für Australien werden für qualifizierte Fachkräfte ausgestellt, Visa zur Familienzusammenführung - etwa durch die Ehe mit einem Australier oder einer Australierin - machen rund ein Drittel aus.

Kritik an Plänen der Regierung – Isolation von Einwanderern

Tudge sagte nicht, wie Einwanderer eventuell bestraft werden sollten, wenn sie sich nicht an die Fünfjahressperre hielten - ob beispielsweise Abschiebungen die Folge wären. „Wir haben die Details noch nicht vollständig ausgearbeitet“, erklärte er.

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Die in Melbourne sitzende Denkfabrik Grattan Institute kritisierte die Pläne. Statt Menschen dorthin zu verlagern, wo diese nicht leben wollten, müsse die Regierung vielmehr dafür sorgen, dass die Infrastruktur in den Städten funktioniere.

Der Gewerkschaftsverband Unions NSW, der Gewerkschaften im Staat New South Wales - dort liegt Sydney - vertritt, kritisierte das Vorhaben ebenfalls. Dieses führe zur Isolation von Einwanderern, weniger Jobaussichten und einem geringeren Gehalt als in den großen Metropolen.

Von RND/AP/ngo

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