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Politik Barley fordert mehr Einsatz für Gleichberechtigung
Nachrichten Politik Barley fordert mehr Einsatz für Gleichberechtigung
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05:07 08.03.2018
„Das zeigt zumindest, dass noch viel Arbeit vor uns liegt“, kommentiert Katarina Barley die Entscheidung der CSU, keine Ministerin ins Bundeskabinett zu schicken. Quelle: dpa
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Berlin

Katarina Barley ist – zumindest noch für ein paar Tage – geschäftsführende Ministerin für Familie. Seitdem Andrea Nahles zur Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion gewählt wurde, hat Barley außerdem kommissarisch das Amt der Bundesministerin für Arbeit und Soziales übernommen. Zum Internationalen Frauentag sprach sie mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Frau Barley, zum Weltfrauentag ist der Bundestag so männlich wie seit 20 Jahren nicht mehr und die AfD spricht vom Genderwahn. Ist die Frauenpolitik gescheitert?

Nicht nur die AfD, sondern auch Union und FDP tragen dazu bei, dass der Frauenanteil im Parlament dramatisch gesunken ist. Dagegen müssen die einzelnen Parteien etwas tun. Wir müssen aber auch prüfen, welche Stellschrauben bei einer Wahlrechtsreform gedreht werden können, damit wieder mehr Frauen in die Parlamente einziehen. Das sieht mittlerweile sogar die Union offenbar so.

Und dennoch hat die CSU verhindert, dass es zum ersten Mal in Deutschland ein Kabinett gibt, das aus genauso vielen Frauen wie Männern besteht. Wie sehr schmerzt das?

Das zeigt zumindest, dass noch viel Arbeit vor uns liegt.

Wie steht es in ihrer Partei um die Gleichberechtigung?

Wir haben in der SPD schon lange eine Geschlechterquote und mit Andrea Nahles nun eine weibliche Fraktionsvorsitzende im Bundestag, die sich bald zur Wahl als Parteivorsitzende stellen wird. Aber natürlich kann auch die SPD noch besser werden. Gerade in den Gemeindeparlamenten würde ich mir oft noch mehr Frauen wünschen.

2018 werden hundert Jahre Frauenwahlrecht gefeiert. Dieses Recht war ein übergeordnetes Ziel von unterschiedlichen Frauen. Fehlt heute so ein gemeinsames Ziel?

Ich bin der Meinung, dass die faire Bezahlung von Frauen und Männern so ein Ziel sein sollte. Das gilt insbesondere für soziale Berufe, die traditionell von Frauen ausgeübt werden – sei es etwa bei Erzieherinnen oder Altenpflegerinnen. Es ist einfach nicht einzusehen, dass jemand, der einen alten Menschen pflegt, weniger verdient als jemand, der ein Auto repariert. Ein weiteres Thema wäre, wie gesagt, eine gleiche Repräsentation von Frauen und Männern in den Parlamenten. Die Franzosen und viele andere Staaten sind uns da voraus. Sicherlich klappt auch bei diesem Thema nicht alles perfekt. Ich bin aber der Meinung, wir sollten uns auf den Weg machen.

Die Vorkämpferinnen für das Frauenwahlrecht waren und sind noch immer für einige Menschen Vorbilder. Könnten Sie und andere Politikerinnen ein Vorbild für heutige Frauen sein?

Mein persönliches Vorbild war immer meine Mutter. Eine sehr emanzipierte Frau, die nie Scheu davor hatte, sich durchzusetzen. Ich erinnere mich an Briefe aus der Schule, die an den Haushaltsvorstand, meinen Vater, adressiert waren. Die hat sie durchgestrichen, darauf geschrieben, das Kind habe auch eine Mutter und die Briefe zurückgehen lassen. Ich finde das mit den Vorbildern aber trotzdem schwierig. Jede Frau und jedes Leben ist anders. Wichtiger als ein Vorbild zu sein ist für mich, dass ich andere Frauen bestärke und unterstütze. Die sollen nicht meinen Weg gehen, sondern ihren finden.

Was ist die größte Herausforderung für Frauen im 21. Jahrhundert?

Frauenpolitik muss alle Bereiche durchdringen. Wir müssen raus aus dieser Nische, dass nur Frauenpolitikerinnen und -Politiker Gleichstellungspolitik machen. Es muss endlich ins Bewusstsein aller dringen, dass Gleichstellung eine Querschnittsaufgabe ist.

Welchen Teil können Männer dazu beitragen?

Unsere Gesellschaft ist nur dann eine lebenswerte, wenn nicht jeder nur an sich selbst denkt. Den Männern kann man nur sagen, wenn sie sich für Frauen einsetzen, hilft ihnen das selbst. Die meisten Männer wollen auch nicht immer bis spät nachts arbeiten, gerne mal ein bisschen früher nach Hause kommen und Zeit mit ihrer Familie und Kindern verbringen. Die Gesellschaft profitiert von mehr Gleichstellung und Männern öffnet sie neue Felder und Freiheiten.

Von Jean-Marie Magro/RND

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