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Berlin und Paris wollen gemeinsam Integration verbessern

Metz Berlin und Paris wollen gemeinsam Integration verbessern

Frankreich hat eine viel längere Einwanderungstradition als Deutschland, doch jetzt ist für beide Länder Integration ein wichtiges Thema. Nun liegen Vorschläge für eine Zusammenarbeit auf dem Tisch.

Metz. Deutschland und Frankreich wollen beim Thema Integration enger zusammenarbeiten. „Wir können nur gemeinsam besser werden“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Rande der deutsch-französischen Regierungskonsultationen in Metz.

Gemeinsam mit Präsident François Hollande nahm sie einen Bericht entgegen, der unter anderem die Schaffung eines deutsch-französischen Integrationsrates vorschlägt. Das Thema hat durch die Ankunft Hunderttausender Flüchtlinge in Deutschland neues Gewicht gewonnen.

Das Papier wurde von der saarländischen Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) und dem französischen Außenminister Jean-Marc Ayrault vorgelegt. Es listet zahlreiche Bereiche auf, in denen die beiden Länder voneinander lernen sollen - von Bildungschancen für Flüchtlinge bis hin zum Kampf gegen Radikalisierung. Kramp-Karrenbauer sagte, die Länder hätten zwar verschiedene Einwanderungsgeschichten, stünden aber vor den gleichen Herausforderungen.

Beim deutsch-französischen Ministerrat wollten die Länder sich unter anderem zur Flüchtlingskrise und zum Kampf gegen den Terror abstimmen. Hollande empfing Merkel am Morgen mit militärischen Ehren, bevor die beiden mit Jugendlichen aus beiden Ländern diskutierten. Anschließend waren neben einem Gespräch Merkels mit Hollande und Premierminister Manuel Valls auch zahlreiche Treffen einzelner Fachminister beider Regierungen geplant. Nachdem Frankreich sich zeitweise von Merkels vergleichsweise offener Flüchtlingspolitik distanziert hatte, ist das Treffen auch eine Gelegenheit zum demonstrativen Brückenbauen.

Hollande hatte vorab den Eindruck zurückgewiesen, der deutsch-französische Motor sei ins Stottern geraten. Merkel und er hätten bei den EU-Verhandlungen zur Flüchtlingskrise die gleiche Position vertreten, „die letztendlich die Vereinbarung mit der Türkei ermöglicht hat“, sagte er der „Bild“-Zeitung. „Tatsache bleibt, dass Europa sich nur dann weiterentwickeln kann, wenn Frankreich und Deutschland im Gleichschritt gehen.“

dpa

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