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Bischöfe rufen zu Solidarität und Zusammenhalt auf

Berlin Bischöfe rufen zu Solidarität und Zusammenhalt auf

Nächstenliebe, Offenheit und keine Angst vor Veränderung: Deutschlands Bischöfe reden den Gläubigen zu Ostern ins Gewissen. Und ein ganz aktuelles Thema sprechen sie auch noch an.

Berlin. Deutsche Bischöfe haben in ihren Osterpredigten zu mehr Solidarität in der Gesellschaft und Offenheit gegenüber Flüchtlingen aufgerufen.

Christen bräuchten keine Angst haben, „überfremdet oder sogar islamisiert“ zu werden, sagte der katholische Bischof Felix Genn am Ostersonntag in Münster. Er erinnerte an den christlichen Auftrag der Nächstenliebe. „Deshalb können wir es ertragen, dass Fremde in unser Land, in unsere Stadt, in unsere Nachbarschaft kommen. Wir brauchen uns nicht vor Menschen abzuschirmen, die in purer Not bei uns ein besseres Leben suchen.“

Auch der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke plädierte für „Solidarität mit den Notleidenden“ sowie für „Offenheit und Gastfreundschaft für Fremde und Asylsuchenende“. Sein katholischer Kollege Franz-Josef Overbeck wandte sich in Essen ebenfalls gegen Abschottung und Grenzschließungen. „Wir dürfen uns nicht in Angst verkriechen“, sagte er in der Osternacht.

Magdeburgs katholischer Bischof Gerhard Feige meinte, Leidende und bedürftige Mitmenschen dürften nicht „gleichgültig übersehen oder wutschnaubend abgewiesen“ werden.

Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger mahnte mehr Zusammenhalt in Europa an. Das Christentum sei durch den Osterglauben eine solidarische Gemeinschaft geworden, „die wir auch heute so notwendig brauchen, damit unsere Gesellschaft nicht zersplittert und Europa nicht in alte Nationalismen zerfällt“, sagte er in der Osternacht nach einem vorab verbreiteten Manuskript.

Auch die jüngsten Terroranschläge in Brüssel waren Gegenstand der Predigten. Hannovers evangelischer Landesbischof Ralf Meister sagte: „Terror ist Gotteslästerung!“ Osnabrücks katholischer Bischof Franz-Josef Bode rief die Christen in der Osternachtfeier auf, angesichts von Terror und Gewalt in der Welt nicht zu resignieren. Sein Rottenburger Kollege Gebhard Fürst meinte, Ungerechtigkeit und Fanatismus dürften nicht die Basis unseres Alltags zerstören.

Die Botschaft des rheinischen Präses Manfred Rekowski lautete: „Dass das Leben stärker ist als der Tod, dass wir uns trotz Terror und Gefahr nicht durch Angst lähmen lassen und dass wir nicht Hass mit Hass beantworten.“ Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki sagte am Sonntag im Domradio: „Gottes Liebe ist größer als all die Gewalt und der Hass dieser Welt.“

dpa

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