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Boris Johnson steigt aus Rennen um Cameron-Nachfolge aus

London Boris Johnson steigt aus Rennen um Cameron-Nachfolge aus

Das Rennen um die Cameron-Nachfolge ist eröffnet. Die große Überraschung: Boris Johnson tritt nicht an. Dafür wirft sein ehemaliger Vertrauter Michael Gove seinen Hut in den Ring.

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Nach dem Brexit-Erfolg die Ernüchterung: Boris Johnson tritt nicht im Rennen um die Nachfolge von Premier Cameron an.

Quelle: Sean Dempsey

London. Der ehemalige Londoner Bürgermeister Boris Johnson bewirbt sich völlig überraschend nicht um die Nachfolge des scheidenden Premierministers David Cameron.

Der als Favorit gehandelte Brexit-Wortführer kündigte an, nicht bei der Wahl zum Tory-Vorsitzenden anzutreten. Damit wird er auch nicht der nächste Premierminister Großbritanniens.

Weniger als eine halbe Stunde vor Ablauf der Bewerbungsfrist für die Wahl des Tory-Vorsitzenden trat Johnson in London mit ernster Miene vor die Kameras. Bis dahin hatte kaum jemand damit gerechnet, dass er verzichten könnte. Dann die große Überraschung: Der künftige Premierminister habe große Herausforderungen zu bewältigen, sagte Johnson und fügte hinzu: „Ich bin zu dem Schluss gekommen, diese Person kann ich nicht sein.“

Zuvor hatte, ebenfalls überraschend, Justizminister Michael Gove seinen Hut in den Ring geworfen. Gove, der Seite an Seite mit Johnson für einen Austritt Großbritanniens aus der EU geworben hatte, galt bis dahin als treuer Unterstützer Johnsons. Seine Bewerbung offenbarte tiefe Gräben im Lager der Befürworter eines Austritts Großbritanniens aus der EU.

Auch Innenministerin Theresa May gab ihre Bewerbung offiziell bekannt. May hat Beobachtern zufolge gute Chancen darauf, die Wahl für sich zu entscheiden. In jüngsten Umfragen erhielt sie die größte Zustimmung unter den Parteimitgliedern. Nach Ende der Bewerbungsfrist am Donnerstagmittag waren insgesamt fünf Bewerber im Rennen um die Nachfolge Camerons.

Am Dienstag beginnen die konservativen Abgeordneten mit einem Aushwahlverfahren. Sie bestimmen dann zwei Kandidaten aus dem Bewerberfeld, die sich dem Votum der Parteimitglieder stellen. Bis zum 9. September soll der oder die neue Parteivorsitzende und damit auch der neue Regierungschef feststehen.

Eine Woche nach dem Brexit-Schock sind beide großen Parteien im britischen Parlament tief zerstritten in der Führungsfrage. Auch in der Labour-Partei rumort es heftig: Labour-Chef Jeremy Corbyn muss damit rechnen, sich einem erneuten Votum der Parteimitglieder stellen zu müssen. Entgegen Erwartungen gab die Abgeordnete Angela Eagle am Donnerstag nicht ihre Kandidatur für das Amt des Labour-Vorsitzenden bekannt.

dpa

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Benno Thiel aus Rostock

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