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Politik Brasilien: Grüner Riese im Krisenmodus
Nachrichten Politik Brasilien: Grüner Riese im Krisenmodus
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12:08 19.05.2017
Ein Mann in Rio de Janeiro hält ein Transparent mit dem Gesicht des brasilianischen Präsidenten Temer und der Aufschrift „Golpista“ (Putschist). Quelle: Silvia Izquierdo

Brasília (dpa) - Brasilien galt - auch dank sprudelnder Einnahmen aus dem Export von Agrargütern und Rohstoffen - als erwachender grüner Riese.

Doch nach der Fußballweltmeisterschaft 2014 mit dem 1:7-Trauma gegen Deutschland ging es auch wirtschaftlich bergab. Hinzu kam ein gigantischer Korruptionsskandal und eine politische Krise. Das Land ist in der tiefsten Rezession seiner Geschichte - Brasilien ist nur noch neuntgrößte Volkswirtschaft der Welt. Einige Daten im Überblick.

- Einwohner und Fläche: 207 Millionen, davon rund 800 000 Indigenas. Landessprache ist seit der Kolonialzeit Portugiesisch. Die Fläche beträgt 8,5 Millionen Quadratkilometer - 47 Prozent Südamerikas.

- Religion: Offiziell sind fast 70 Prozent katholisch - aber Sekten sind stark auf dem Vormarsch. Seit 2010 wurden über 68 000 neue evangelikale Kirchen registriert - etwa eine neue Sekte pro Stunde.

- Demokratie: Nach 20 Jahren Militärdiktatur ist Brasilien seit 1985 wieder eine Demokratie. Am erfolgreichsten waren die Amtszeiten der Präsidenten Fernando Henrique Cardoso und Luiz Inácio Lula da Silva.

- Global Player: Das G20-Mitglied spielt beim Thema Klimaschutz eine wichtige Rolle, übernahm bei der UN-Mission in Haiti Verantwortung und pflegt als BRICS-Staat enge Kontakte zu Russland und China.

- Rezession: 2015 brach die Wirtschaftsleistung um 3,8 Prozent und 2016 um 3,6 Prozent ein. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank auf 6,26 Billionen Reais (1,8 Bio. Euro) - Deutschland: 3,13 Billionen Euro.

- Märkte: Mit 19 Prozent Anteil gehen die meisten Exporte nach China, gefolgt von der EU und den USA. Zu den wichtigsten Produkten gehören Soja, Fleisch, Zucker, Öl. Beim Import kommt das meiste aus der EU.

- Konsum: Brasilien ist massiv vom Inlandskonsum abhängig, der hat rund 80 Prozent Anteil am BIP. Da 13,5 Millionen Menschen arbeitslos sind, brach der Konsum ein; die Rezession verschärfte sich dadurch.

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