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Politik Kavanaugh wehrt sich im TV: Frauen stets mit Würde behandelt
Nachrichten Politik Kavanaugh wehrt sich im TV: Frauen stets mit Würde behandelt
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08:03 25.09.2018
Brett Kavanaugh und seine Frau Ashley Estes Kavanaugh während des TV-Interviews. Quelle: Jacquelyn Martin/AP/dpa
Washington

Der Supreme-Court-Anwärter Brett Kavanaugh hat Vorwürfe der sexuellen Nötigung erneut zurückgewiesen und einen Rückzug ausgeschlossen. „Ich werde nicht zulassen, dass falsche Anschuldigungen uns aus diesem Prozess drängen“, sagte Kavanaugh in einem Interview des Senders Fox News, das am Montagabend (Ortszeit) ausgestrahlt wurde.

Er habe nie jemanden sexuell belästigt – weder in der High School noch zu einem anderen Zeitpunkt in seinem Leben. Stets habe er „Frauen mit Würde und Respekt behandelt“. Er wolle „einen fairen Prozess, in dem ich meine Integrität verteidigen und meinen Namen reinwaschen kann“, erklärte Kavanaugh. „Und alles, worum ich bitte, ist Fairness und dass ich angehört werde.“

Die Psychologieprofessorin Christine Blasey Ford ging vergangene Woche mit Vorwürfen an die Öffentlichkeit, wonach Kavanaugh sie in ihrer High-School-Zeit Anfang der 80er Jahre während einer Party in Maryland auf ein Bett gedrückt, sie angefasst und dabei versucht habe, sie auszuziehen.

Neue Vorwürfe gegen Kavanaugh bekannt geworden

Kavanaugh stritt in dem Interview der Fox-News-Sendung „The Story with Martha MacCallum“ ab, „auf so einer Party“ gewesen zu sein. Es möge sein, dass Ford irgendwann in ihrem Leben einen sexuellen Übergriff erlebt habe – „aber ich weiß, dass ich niemals jemanden sexuell genötigt habe“.

Möglich sei zwar, dass er Ford einmal begegnet sei, doch seien sie nicht befreundet gewesen und hätten auch nicht in den gleichen sozialen Zirkeln verkehrt. Auf die Frage, ob Ford damals einen Plausch missverstanden haben könne, entgegnete Kavanaugh: „Ich war noch nie sexuell oder körperlich mit Dr. Ford aktiv“.

Eine zweite Frau, Deborah Ramirez, sagte dem Magazin „The New Yorker“, er habe sich in ihrer Studentenzeit in den 80er Jahren bei einer Party im Studentenwohnheim vor ihr entblößt und seinen Penis in ihr Gesicht gedrückt. Kavanaugh dementierte dies und erklärte: „Wenn so etwas passiert wäre, wäre das auf dem Campus das Gesprächsthema gewesen.“

Kavanaughs Frau Ashley: „Ich kenne sein Herz“

Es ist ungewöhnlich, dass ein Richterkandidat für den Obersten Gerichtshof Interviews gibt. Der Experte Russell Wheeler von der Denkfabrik Brookings Institution sagte, einen solchen Medienauftritt eines Supreme-Court-Anwärters habe es in den vergangenen 100 Jahren nicht gegeben.

Kavanaugh und Ford sollen am Donnerstag vor dem Justizausschuss des Senats aussagen. Im Interview des Senders Fox News, der Präsident Donald Trump gewogen ist, bekam der Richterkandidat auch einen Vorgeschmack auf intime Fragen, die ihm das Gremium stellen dürfte.

In der High School sei er Jungfrau gewesen – „und viele Jahre danach“, antwortete Kavanaugh auf Nachfrage zur Dauer seiner Keuschheit im College. „Dabei belasse ich es.“ Auch seine Frau Ashley meldete sich in dem Interview zu Wort. Sie kenne ihren Mann seit 17 Jahren, sagte sie, und: „Ich kenne sein Herz. Das passt nicht zu Brett.“

Trump nennt Vorwürfe „total politisch“

Trump stellte sich am Montag hinter seinen Wunschkandidaten für den vakanten Posten am Obersten Gerichtshof. Die Vorwürfe seien „total politisch“, sagte er. Auch republikanische Senatoren sprachen von einer Rufmordkampagne gegen Kavanaugh und forderten eine Abstimmung über seine Bestätigung als Richter nach der Anhörung am Donnerstag.

Die Demokraten warfen den Republikanern indes eine schlampige Prüfung von Kavanaughs Vergangenheit mit dem Ziel vor, diesen noch vor den Kongresswahlen im November durch das Bestätigungsprozedere im Senat zu bringen. Es sei nun nötig, dass das FBI den Kandidaten nochmals durchleuchte und zu den Vorwürfen ermittele, forderten sie.

Von RND/AP