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00:00 15.01.2015
Berlin

Die Bundeswehr hat ab sofort eine Schlüsselrolle beim Aufbau der neuen schnellen Eingreiftruppe der Nato für den Krisenfall. Das Deutsch-Niederländische Korps in Münster übernahm gestern das Kommando über die Landstreitkräfte der bisherigen Nato-Eingreiftruppe (Nato Response Force, NRF), die 30 Tage zur Mobilisierung benötigt. Daraus soll die sogenannte „Speerspitze“ mit einer Reaktionszeit von zwei bis sieben Tagen entstehen. Es ist die wichtigste Antwort der Nato auf die Ukraine-Krise, wegen der sich die östlichen Mitglieder des Bündnisses von Russland bedroht fühlen.

„Wir haben mit dem heutigen Tag eine Truppe mit hoher Bereitschaft“, sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg nach einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin. Die Bundeswehr habe dabei eine führende Rolle. „Deutschland hat sich wieder einmal als zuverlässiger Verbündeter erwiesen.“

In der Probephase in diesem Jahr stellen die Bundeswehr und die niederländischen Streitkräfte jeweils 2000 der insgesamt etwa 5000 Soldaten und damit die mit Abstand größten Kontingente. Der Aufbau der „Speerspitze“ war im vergangenen September auf dem Nato-Gipfel in Wales beschlossen worden. Ende Januar findet ein erstes Planungstreffen der beteiligten Truppensteller im Nato-Hauptquartier im belgischen Mons statt.

Zugleich wächst der Druck auf die Bundesregierung, mehr Geld für die Sicherheit Europas auszugeben. „Wir müssen mehr in die Verteidigung investieren“, forderte Nato-Generalsekretär Stoltenberg bei seinem Antrittsbesuch in Berlin. Kanzlerin Merkel (CDU) ging auf die Forderung nicht näher ein.

Stoltenberg würdigte den deutschen Beitrag zur Allianz, erwartet aber mehr. Deutschland habe die stärkste Wirtschaft Europas und zeige in vielen Bereichen Führung. Er begründete den Ruf nach einem stärkeren militärischen Engagement mit der veränderten Sicherheitslage. Die Nato suche keinen Konflikt mit Russland. Aber Moskau müsse die Integrität und Souveränität aller europäischen Staaten achten. Dazu kämen die Herausforderungen durch den internationalen Terrorismus.

Gemessen am Bruttoinlandsprodukt beträgt der Wehretat 1,3 Prozent. In absoluten Zahlen sind das für 2015 rund 32,3 Milliarden Euro — die nahezu gleiche Summe wie 2014. pet/dpa



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