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Politik Bundeswehr soll Chemiewaffen-Einsatz geplant haben
Nachrichten Politik Bundeswehr soll Chemiewaffen-Einsatz geplant haben
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18:42 03.05.2018
Von 1962 bis mindestens 1968 soll die Bundeswehr eine detaillierte Planung für eine chemische Kriegführung betrieben haben (Symbolbild). Quelle: dpa
Berlin

Die Bundesrepublik hat Medienberichten zufolge in den 1960er Jahren umfassende Planungen für den Einsatz von Chemiewaffen angestellt. Das berichten NDR, WDR und „Süddeutsche Zeitung“ unter Berufung auf jahrzehntelang geheimgehaltene Akten der Bundeswehr und der US-Regierung.

Der damalige Verteidigungsminister Kai-Uwe von Hassel (CDU) bat die US-Regierung demnach 1963 um die Belieferung mit Chemiewaffen. Von 1962 bis mindestens 1968 habe die Bundeswehr zudem eine detaillierte Planung für eine chemische Kriegführung betrieben, um einen möglichen Chemiewaffen-Angriff des Warschauer Pakts zu vergelten.

Bereits Ende der 60er Jahre berichteten deutsche Medien über Giftgas bei der Bundeswehr. Dabei tauchte auch immer wieder der Ort „Erprobungsstelle 53“ im niedersächsischen Munster auf. Dort ist heute das „Wehrwissenschaftliche Institut für Schutztechnologien - ABC-Wesen“ angesiedelt. Laut NDR gibt es aber keine Belege dafür, dass dort chemischen Waffen hergestellt wurden.

Die Bundeswehr konnte ihre Pläne nie umsetzen, da sich die US-Regierung 1966 gegen eine Weitergabe chemischer Munition an die Bundesrepublik entschied. Bundesregierung und Bundeswehr hätten damals immer wieder bestritten, den Einsatz und Besitz von Chemiewaffen zu planen.

Das Bundesverteidigungsministerium teilte am Donnerstag mit, es handle sich um einen historischen Vorgang, zu der Sache lägen keine Informationen vor. „Jetzt gibt es auf deutschem Boden keine Chemiewaffen in deutscher Hand oder in der Hand von Nato-Partnern“, sagte ein Sprecher.

Von dpa/RND

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