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Clinton vor historischer Nominierung als Spitzenkandidatin

Washington Clinton vor historischer Nominierung als Spitzenkandidatin

Im Juni vor acht Jahren musste sich Clinton im Vorwahlrennen ihrem Rivalen Obama geschlagen geben. Jetzt steht sie vor ihrer Krönung zur Spitzenkandidatin - als erste Frau einer großen Partei in den USA.

Washington. Die US-Demokratin Hillary Clinton steht kurz davor, Geschichte zu schreiben. Schon vor Öffnung der Wahllokale am letzten großen Vorwahltag im Präsidentschaftsrennen 2016 hatte sie nach Zählungen von Medien genügend Delegiertenstimmen für ihre Nominierung als Spitzenkandidatin zusammen.

Nie zuvor hat in den USA eine Frau eine der großen Parteien in die Präsidentenwahl geführt. Die offizielle Kandidatenkür findet auf einem Parteitag Ende Juli statt. Es wurde erwartet, dass Clinton ihr Stimmen-Polster bei den Vorwahlen in sechs Bundesstaaten in der Nacht zum Mittwoch noch deutlich anreichern kann.

Allerdings rechnete sich auch ihr Rivale Bernie Sanders Gewinne aus. Der linke Senator von Vermont weigert sich bisher aufzugeben, will aber nach eigenen Angaben nach dem Wahl-Dienstag über sein weiteres Vorgehen nachdenken. Siege in Kalifornien und mehreren anderen Staaten könnten ihn dazu bewegen, seine Kampagne bis zum Parteitag im Juli weiterzuführen.

Das Rennen in Kalifornien ist vollkommen offen. Letzte Umfragen sahen Clinton und Sanders Kopf an Kopf.

Angesichts der noch offenen Vorwahlen und Sanders' Hartnäckigkeit ließ Clinton nach dem Erreichen der magischen Zahl keine Champagnerkorken knallen.

„Nachrichten zufolge stehen wir an der Schwelle eines historischen, historischen, noch nie da gewesenen Augenblicks“, sagte die Ex-Außenministerin am Montagabend (Ortszeit) vor Anhängern in Kalifornien, dem wichtigsten Vorwahl-Staat vom Dienstag. „Aber wir haben noch weiter Arbeit vor uns, nicht wahr? Wir haben morgen sechs Wahlen, und wir werden hart um jede einzelne Stimme kämpfen, besonders hier in Kalifornien.“

Bei den Republikanern ging Multimilliardär Donald Trump unangefochten in eine letzte Runde mit Abstimmungen in fünf Bundesstaaten. Er hat anders als Clinton keinen innerparteilichen Mitbewerber mehr.

Vor Öffnung der Wahllokale am Dienstag hatte Clinton nach Angaben verschiedener US-Medien 2384 Delegiertenstimmen für den Parteitag im Juli zusammen. Das war eine mehr als benötigt. Die Berechnungen beruhen zumeist auf Zählungen der Nachrichtenagentur AP, die Clintons Erreichen der entscheidenden Zahl am Montagabend auch zuerst meldete.

Bei den Zählungen sind die Superdelegierten einbezogen. Das sind stimmberechtigte derzeitige oder ehemalige führende Parteimitglieder, die nicht an die Vorwahlergebnisse gebunden sind. Sie haben ihre Meinung auf Medienanfragen hin kundgetan und können diese jederzeit ändern. Offiziell sind diese Superdelegierten-Zahlen also nicht.

Nach den Medienzählungen schloss Clintons Stimmenpolster vor den Abstimmungen am Dienstag rund 570 Superdelegierte ein. Auch Präsident Barack Obama hatte im Juni vor acht Jahren die damals nötige Delegiertenzahl von 2118 mit Hilfe von 366 Superdelegierten zusammenbekommen. Hillary Clinton gab sich damals nach einem erbitterten Rennen geschlagen.

Wegen des Superdelegierten-Systems bliebe für Sanders bis zum Parteitag in Philadelphia zumindest theoretisch die Chance, die Nominierung doch noch zu schaffen - wenn es ihm gelingen würde, Clinton das Gros dieser Stimmberechtigten abspenstig zu machen.

Ein Sprecher von Sanders reagierte empört auf die Meldungen, in denen Clinton am Montagabend bereits zur Siegerin erklärt wurde. „Es ist sehr unglücklich, dass Medien in ihrem Drang nach einem Resultat die klare Vorgabe des demokratischen Partei-Kongresses missachten, wonach die Superdelegierten erst gezählt werden dürfen, wenn sie auf dem Parteitag abgestimmt haben“, hieß es in einer schriftlichen Erklärung.

Außer Kalifornien stimmten Demokraten und Republikaner am Dienstag in Montana, New Jersey, New Mexico und South Dakota ab, die Demokraten zudem in North Dakota.

dpa

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