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14:16 09.05.2018
Das Aufkündigen des Iran-Deals und das Androhen von Sanktionen durch US-Präsident Donald Trump setzen die deutsche Exportwirtschaft unter Druck. Quelle: imago
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Berlin

Allein die Zahlen sprechen Bände: Im vergangenen Jahr stieg der Export von Gütern aus Deutschland in den Iran auf 3,4 Milliarden Euro – ein Zuwachs seit 2015, dem Abschluss des Iran-Deals, um 42 Prozent. Exportschlager sind Maschinen (954 Millionen Euro), Autos (209 Millionen Euro), Medikamente (240 Millionen Euro) und Elektronik (210 Millionen Euro).

Bis 2015 sollte das Exportvolumen auf zehn Milliarden Euro im Jahr anwachsen. Umgekehrt lieferte der Iran 2017 Waren im Wert von knapp einer Milliarde Euro nach Deutschland – vornehmlich Erdöl und Agrarprodukte. Das Aus für den Iran-Deal droht jetzt, die aufkeimende Wirtschaftsbeziehungen zu zerstören, noch ehe sie sich voll entfalten konnten.

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Die aktuellen Entwicklungen nach dem Rückzug der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran lesen sie im NEWSBLOG.

Mehr noch: Es wächst die Befürchtung, deutsche Konzerne könnten durch den Handel mit Teheran auch ihr US-Geschäft in Gefahr bringen. „Die Unternehmen treibt die Sorge um, durch Handel mit Iran das US-Geschäft zu verlieren“, erklärte die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK).

Commerzbank muss Milliardenstrafe zahlen

In der Vergangenheit hatte beispielsweise die Commerzbank eine Milliardenstrafe zahlen müssen wegen einiger Verstöße gegen die früher geltenden US-Sanktionen gegen den Iran. Bei Airbus stehen 95 Flugzeuge für den Iran stehen in den Order-Büchern des Konzerns. Auch dieser Milliarden-Deal dürfte jetzt von Washington misstrauisch beäugt werden. Siemens wollte gerade erst wieder damit beginnen, an alte Handelstraditionen anzuknüpfen, will sich nun aber lieber „an Exportvorschriften halten“.

Die Angst ist also nicht unbegründet. Unmittelbar nach der Entscheidung von US-Präsident Donald Trump ließ der frisch berufene US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, per Twitter wissen, als Konsequenz aus den US-Sanktionen sollten deutsche Firmen ihre Geschäfte im Iran stoppen, und zwar „unverzüglich“.

Kapitulieren will die deutsche Wirtschaft dennoch nicht. Die Aussichten seien nicht eindeutig getrübt. Die EU müsse sich jetzt an Russland und China wenden, um wenigstens einen Teil des Iran-Deal zu retten, erklärte Dieter Kempf, Präsident des Industrieverbandes BDI.

Zu allem Überfluss lässt die neue Iran-Krise die Ölpreise kräftig treiben. Schon jetzt liegt der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI erstmals seit 2014 bei über 70 Dollar. Für die Exportnation Deutschland sind hohe Ölpreise Gift – und möglicherweise der Anfang eines wirtschaftlichen Abschwungs.

Von Jörg Köpke/RND

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