Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Politik Der Fall Franco A. und die Bundeswehr
Nachrichten Politik Der Fall Franco A. und die Bundeswehr
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:42 09.05.2017
Eine Deutschlandfahne hängt in Donaueschingen an einem Fenstersims der Fürstenberg-Kaserne. Quelle: Felix Kästle
Anzeige
Berlin

Der Skandal um den terrorverdächtigen Oberleutnant Franco A. sorgt seit zwei Wochen für Wirbel. Ein Rückblick:

Juli 2008: Franco A. beginnt seinen Grundwehrdienst in Idar-Oberstein.

September 2009: Versetzung zur Deutschen Stabsgruppe in Frankreich; Studium der Staats- und Sozialwissenschaften an der französischen Militärakademie Saint-Cyr.

Dezember 2013: A. reicht seine Masterarbeit ein. Darin beklagt er unter anderem eine bewusste „Durchmischung“ der Völker Europas.

Januar 2014: Von einem „radikalnationalistischen, rassistischen Appell“ spricht ein Gutachter. Disziplinarische Vorermittlungen werden eingestellt, nachdem sich Franco A. zum Inhalt seiner Arbeit geäußert hat. So habe er beim Schreiben unter Zeitdruck gestanden.

Juli 2015: Er wird zum Berufssoldaten ernannt.

Dezember 2015: A. meldet sich in Offenbach als Asylsuchender „David Benjamin“. Er wird später einer Unterkunft im Landkreis Erding (Bayern) zugewiesen.

Februar 2016: Versetzung zum Jägerbataillon 291 in Illkirch (Frankreich).

Dezember 2016: Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge erkennt ihm einen subsidiären Schutzstatus zu.

3. Februar 2017: Wegen unerlaubten Waffenbesitzes wird A. in Wien vorübergehend festgenommen.

14. Februar: Das Bundeskriminalität leitet Informationen zur Doppel-Identität von A. an den Militärischen Abschirmdienst weiter.

26. April: A. wird in Hammelburg (Bayern) verhaftet. Bald darauf kommt auch sein mutmaßlicher Komplize, Mathias F., in U-Haft. Bei ihm war Munition aus Beständen der Bundeswehr gefunden worden.

30. April: Im ZDF bemängelt Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) ein „Haltungsproblem“ und „Führungsschwäche“ in der Bundeswehr. Das bringt ihr in den folgenden Tagen heftige Kritik ein.

2. Mai: Das Verteidigungsministerium hat Medien zufolge Hinweise auf ein kleines rechtsextremistisches Netzwerk in der Truppe gefunden. Die Bundesanwaltschaft übernimmt die Ermittlungen.

4. Mai: Bei einem Treffen mit hohen Bundeswehrvertretern bedauert die Ministerin ihre pauschale Kritik an der Truppe, rückt aber vom Kern ihrer Äußerungen nicht ab.

9. Mai: Die Ermittler nehmen mit Maximilian T. einen weiteren Verdächtigen fest - der 27-Jährige soll bei den Anschlagsplänen geholfen haben.

dpa

Mehr zum Thema

Was verbirgt sich im Jahr 2017 noch alles in Bundeswehr-Kasernen? Nach dem Skandal um Franco A. sorgt wieder ein Standort mit Wehrmachts-Andenken für Schlagzeilen. Für das Verteidigungsministerium hat das „keine strafrechtliche Relevanz“.

06.05.2017

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen geht davon aus, dass nach den Enthüllungen über den terrorverdächtigen Offizier Franco A.

05.05.2017

Stahlhelme, Gewehre und andere Andenken aus der Nazi-Zeit - was verbirgt sich im Jahr 2017 noch alles in Bundeswehr-Kasernen? Die militärische Führung hat nun eine interne Razzia in sämtlichen Stuben und Gemeinschaftsräumen angeordnet.

07.05.2017

Inhaftierte Journalisten, ein mögliches Todesstrafen-Referendum: Zwischen der Türkei und Deutschland gibt es heikle Themen. Eines kommt nun hinzu: Dass Deutschland Staatsvertretern aus der Türkei Schutz gewährt, dürfte Ankara nicht gefallen.

09.05.2017

Russland hat Berichte zurückgewiesen, dass ein Geheimdienstmitarbeiter vom IS ermordet worden sei. Die Meldung über die Enthauptung wurde von der Terrororganisation mit Hilfe eines Videos verbreitet.

09.05.2017

Die Zahl der Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, ist in den vergangenen Monaten gesunken. Auf dem Mittelmeer bleibt die Lage laut einem UN-Bericht jedoch weiter prekär. 2017 sind bereits über 1300 Menschen ertrunken.

09.05.2017
Anzeige