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Politik „Der Iran könnte explodieren“
Nachrichten Politik „Der Iran könnte explodieren“
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15:26 09.05.2018
Hält das Aufkündigen des Iran-Deals durch US-Präsident Donald Trump für brandgefährlich: Bijan Djir-Sarai. Quelle: imago
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Berlin

Bijan Djir-Sarai ist Vorsitzender der deutsch-iranischen Parlamentariergruppe im Deutschen Bundestag. Das RedaktionsNetzwerk Deutschland sprach mit dem FDP-Politiker über die Lage nach dem Ausstieg der USA aus dem Atom-Abkommen.

Herr Djir-Sarai, welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat das Aus des Iran-Deals für die deutsch-iranischen Wirtschaftsbeziehungen?

Deutsche Produkte sind ausgesprochen beliebt im Iran. Ohne Sanktionen würden deutsche Unternehmen am meisten von guten Wirtschaftsbeziehungen zu Teheran profitieren - weit vor den USA und allen anderen europäischen Ländern. Das Interesse an deutschen Waren reicht vom Müsli-Riegel bis zum Kraftwerk. Der Iran hat unheimlich viel Nachholbedarf in allen Bereichen. Ich befürchte, dass die Zahlen jetzt abrupt und massiv einbrechen werden.

Was bedeutet das für die Lage im Iran?

Der Iran steht unmittelbar vor einem wirtschaftliche Kollaps. Das Land ist gebeutelt von Misswirtschaft, Korruption und Inflation. Nach dem Aus für den Atom-Deal werden sich die Hardliner durchsetzen. Wenn die Sanktionen zurückkehren, bleibt nur noch die Staatswirtschaft unter der Kontrolle dieser Hardliner und Revolutionswächter bestehen. Im Iran gibt es aber eine stark ausgeprägte Zivilgesellschaft. Die Menschen werden nicht die USA, sondern das Regime für ihr Elend verantwortlich machen. Das Land wird sehr schnell zum sozialen Pulverfass werden. Der Iran könnte explodieren. Ich rechne mit Aufständen. Das ist genau das, was US-Präsident Donald Trump mit seiner Entscheidung bewirken will.

Wird Trump am Ende den viel zitierten Regime-Wechsel tatsächlich erreichen?

Das ist schwer zu sagen. Fest steht: Die Situation wird eskalieren. Unruhen im Innern werden den Drang des Regimes in Teheran erhöhen, den Druck außenpolitisch abzubauen. Natürlich hat der Atom-Deal schwächen. Es wuchs schon vorher durch das militärische Engagement des Iran in Syrien und andernorts im Nahen Osten die Gefahr eines Krieges, der sich zum Flächenbrand ausbreiten könnte. In Syrien wird längst ein Stellvertreterkrieg der Großmächte geführt. Es droht ein unkontrollierbarer Krieg im gesamten nahen Osten mit unabsehbaren Folgen auch für Europa.

Von Jörg Köpke/RND

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