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Der „Protz-Bischof“ kommt nicht zurück

Limburg Der „Protz-Bischof“ kommt nicht zurück

Prüfbericht des Vatikans: Tebartz-van Elst kannte die ausufernden Baukosten in Limburg.

Limburg. Als der Vatikan gestern um 12 Uhr sein tägliches Bulletin veröffentlichte, atmeten im Bistum Limburg und weiten Teilen der katholischen Kirche in Deutschland viele Menschen auf. Papst Franziskus nimmt das Rücktrittsgesuch des Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst an, steht in dem zehn Zeilen langen Text. Dieser barg auch eine Überraschung: Denn demnach hatte der Skandal-Bischof schon vor Monaten selbst seinen Rücktritt angeboten.

Der gesunde Menschenverstand sagte schon lange, dass ein als „Protz-Bischof“ verspotteter Mann unter dem als Papst der Armen auftretenden Franziskus keine Chance auf Rehabilitierung bekommen dürfte.

Und so hieß es aus dem Vatikan, dass es in „Limburg zu einer Situation gekommen ist, die eine fruchtbare Ausübung des bischöflichen Amtes“ durch Tebartz-van Elst nicht mehr ermögliche.

Schon am 20. Oktober hatte der 54-Jährige demnach dem Papst seinen Amtsverzicht angeboten. Das frühe Rücktrittsangebot war bislang unbekannt. Im Gegenteil: Wiederholte Auftritte des eigentlich von Franziskus zur Einkehr in ein Kloster geschickten Bischofs im Vatikan und in Limburg hatten den Eindruck geweckt, dieser arbeite intensiv an seinem Comeback.

Doch vermeintliche Comebackpläne erscheinen nach Lektüre des Prüfberichts zu den explodierten Baukosten nahezu bizarr. Da ist die Rede davon, dass sich der Bischof für rund 100 000 Euro seinen Rasen mit Jura-Kalkstein umranden ließ, für 213 000 Euro für Zierfische ein Wasserbecken bauen ließ und alleine von einem einzelnen Möbelhersteller für 1,1 Millionen Euro Möbel fertigen ließ. Wie Peanuts wirken da die 20 000 Euro, die es kostete, die bereits installierten Lichtschalter wieder auszubauen und durch neue Schalter zu ersetzen.

Das Fazit des Berichts fällt desaströs aus: Der Kirchenmann trage die Hauptschuld für den Bauskandal, bei dem sich die Kosten im Laufe des Projektes versechsfacht hatten. Außerdem sei er stets über die horrende Preissteigerung auf dem Domberg informiert gewesen.

Was nun aus Tebartz wird, ist vollkommen offen. „Zu gegebener Zeit“ wolle der Papst ihn mit einer anderen Aufgabe betrauen. Doch dass er nach diesem Prüfbericht an die Spitze eines Bistums zurückkehrt, erscheint kaum vorstellbar — ein Posten in Rom gilt da als wahrscheinlicher.

Der neu gewählte Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, scheint vor allem froh zu sein, dass er seine Amtszeit unbelastet von dem Tebartz-Skandal beginnen kann. In Limburg sei „Aufbruch und Neubeginn“ möglich. Die Bischofskonferenz wolle nun die Transparenz und Kontrolle der bislang oft im stillen Kämmerlein verwalteten Kirchenfinanzen „deutlich erhöhen“.

 



OZ

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Von Reinhard Urschel

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