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Der zahme Angreifer: Armin Laschet

Porträt Der zahme Angreifer: Armin Laschet

Zu ruhig, zu ungefährlich: Selbst in der eigenen Partei gab es lange Zeit Zweifel, ob Armin Laschet seine CDU bei der NRW-Wahl nach vorne bringen kann. Doch der Merkel-Getreue sorgt für manche Überraschung.

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Laschet führt den mit aktuell rund 130 000 Mitgliedern größten CDU-Landesverband seit Sommer 2012.

Quelle: Marcel Kusch

Düsseldorf. Armin Laschet war schon Minister, saß im Bundestag und im Europaparlament für die CDU. Was der 56-Jährige aber vor allem will: Das Amt von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. Der Spitzenkandidat aus Aachen tritt an, um Regierungschef in Nordrhein-Westfalen zu werden.

Nach einem Endspurt in den Umfragen liegt seine CDU vor der Landtagswahl Kopf an Kopf mit der SPD oder hat die Nase sogar leicht vorn. Der Rechtswissenschaftler und Journalist zeigt sich geradezu vergnügt und optimistisch, hat sogar schon ein „100-Tage-Sofortprogramm“ in der Tasche.

Laschet führt den mit aktuell rund 130 000 Mitgliedern größten CDU-Landesverband seit Sommer 2012. In einem Kraftakt hat er die NRW-CDU mühsam wieder auf Vordermann gebracht. Die Partei war unter Norbert Röttgen bei der letzten Landtagswahl 2012 auf ein Rekordtief von 26,3 Prozent abgestürzt. Böse Zungen sagten zunächst, Laschet sei eine Verlegenheitslösung, man habe keinen anderen Freiwilligen für die Spitze gefunden. Aber Laschet hat die CDU-Basis breit und geschickt mitgenommen und eingebunden.

Manchen Kritikern war Laschet zu zahm, zu ungefährlich, er müsse Rot-Grün schärfer angreifen. Tatsächlich hat es der Oppositionsführer im Düsseldorfer Landtag oft schwer gehabt, sich zwischen der Amtsinhaberin und dem rhetorisch versierten FDP-Chef Christian Lindner zu profilieren. Doch im November kürte ihn die Partei dann mit satten 97 Prozent zum Spitzenkandidaten. Im Wahlkampf hat der CDU-Spitzenkandidat bei der Tonlage an Schärfe draufgesattelt - ohne die politischen Kontrahenten persönlich zu verletzen.

Als NRW-Integrationsminister - 2005 bis 2010 - hat Laschet das Buch „Die Aufsteigerrepublik“ verfasst, in der er Zuwanderung als Chance beschreibt. Darin erwähnt er auch seine eigene Familien aus Aachen: Vater Heinz Laschet schuftete unter Tage, Steinkohlebergbau. Aber abends lernte der Vater, wurde Lehrer, später Schulleiter. Armin durfte studieren. Er wählte Rechtswissenschaften. Bildung sei der zentrale Schlüssel, lautet eine Laschet-Botschaft.

Der Fußballfan und Vater von drei erwachsenen Kindern ist auch CDU-Bundesvize und Stellvertreter von Angela Merkel. Der Katholik gilt als treuer Verteidiger Merkelscher Politik - auch in unruhigen Zeiten wie der Flüchtlingskrise. Die Unterstützung der Kanzlerin war ihm im Wahlkampf immer sicher - bis zum großen Finale am Samstag hat er sie an seiner Seite. Es geht schließlich um einen Wahlsieg in „Herzkammer der Sozialdemokratie“. Und wenn es schief läuft für die CDU? Armin Laschet hat keinen „Plan B“.

dpa

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