Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Politik Die Flüchtlingskrise auf dem Mittelmeer
Nachrichten Politik Die Flüchtlingskrise auf dem Mittelmeer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:12 13.08.2017
Ein Mitarbeiter der spanischen NGO „Proactiva Open Arms“ hebt vor der libyschen Küste ein Kind aus einem überfüllten Flüchtlingsboot. Quelle: Santi Palacios
Anzeige

Rom (dpa) - Im vergangenen Jahr starben mehr als 5000 Menschen auf der Flucht von Afrika nach Europa im Mittelmeer. Es waren mehr Tote, als je zuvor in einem Jahr registriert wurden. Die meisten Menschen starben auf der zentralen Mittelmeerroute in Richtung Italien, die als die gefährlichste gilt.

Als Reaktion auf die Flüchtlingstragödien im Mittelmeer rief Italiens Regierung 2013 das Seenotrettungsprogramm „Mare Nostrum“ ins Leben. Es bewahrte nach Angaben aus Rom mehr als 100 000 Menschen vor dem Ertrinken. Boote sollten aufgespürt und in einen sicheren Hafen eskortiert werden. Italien ließ sich die Mission monatlich rund 9 Millionen Euro kosten und drang angesichts steigender Flüchtlingszahlen darauf, dass die EU übernahm.

Im November 2014 wurde „Mare Nostrum“ von „Triton“ abgelöst, das unter dem Dach der EU-Grenzschutzagentur Frontex angesiedelt ist. Die Schiffe sind nicht bis in libysche Gewässer unterwegs, sondern patrouillieren nur vor der Küste Italiens. Sie sollen Grenzen überwachen und gegen Schlepper vorgehen, aber nicht aktiv nach Flüchtlingen suchen. Das monatliche Budget betrug deutlich weniger als das, was Italien in „Mare Nostrum“ investierte.

Die Frontex-Operation wurde nach den zwei großen schweren Schiffbrüchen im April 2015 mit Hunderten Toten ausgeweitet, zur gleichen Zeit starteten mehrere Nichtregierungsorganisationen ihre Einsätze im Mittelmeer. Wissenschaftlern der Universität Oxford und der UC Berkeley zufolge hat die Seenotrettung auf dem Mittelmeer damit etwa dieselbe Kapazität wie zu „Mare Nostrum“-Zeiten.

Mehr zum Thema

Rom (dpa) - Die meisten Hilfsorganisationen, die im Mittelmeer Migranten retten, haben den umstrittenen Verhaltenskodex der italienischen Regierung nun doch unterschrieben.

11.08.2017

Rom (dpa) - Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen verzichtet bis auf weiteres auf Rettungseinsätze im Mittelmeer.

12.08.2017

Rom (dpa) - Nach Ärzte ohne Grenzen will auch die Organisation Sea Eye vorerst keine Einsätze zur Rettung von in Seenot geratenen Flüchtlingen im westlichen Mittelmeer mehr fahren.

13.08.2017

Die SPD hat in einer Umfrage den Abstand auf CDU und CSU leicht verringert. Im neuen Sonntagstrend legten die Sozialdemokraten im Vergleich zur Vorwoche um einen Punkt auf 24 Prozent zu.

13.08.2017

Zäh und ohne Ergebnis - so liefen die bisherigen Brexit-Verhandlungen zwischen London und Brüssel ab. Das könnte sich jetzt ändern. Die britische Regierung will nun ihre Positionen genau präsentieren. Zwei wichtige Minister überraschen mit einem Vorschlag.

13.08.2017

Die Stimmung gegen die privaten Seenotretter im Mittelmeer hat sich in den vergangenen Monaten zunehmend verschlechtert. Nun sehen sich einige Hilfsorganisationen gezwungen, ihre Rettungseinsätze auszusetzen. Nicht nur aus Sicherheitsgründen.

13.08.2017
Anzeige