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Politik Die Gefahren der guten Zeiten
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05:01 20.04.2018
„Irgendwann werden die Aufschwung-Party und der Boom am Arbeitsmarkt einmal ihr Ende finden.“ Quelle: dpa
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Berlin

Manchmal schärft ja der Blick von außen die Sinne. In einer bemerkenswerten Mischung aus Faszination, Erstaunen und Distanz widmet sich das britische Magazin „The Economist“ in seiner aktuellen Ausgabe der Lage in Deutschland und beschreibt die Bundesrepublik als „Cool Germany“.

Es ist eine Analyse mit Licht und Schatten, eine Würdigung des anhaltenden Wirtschaftsbooms, verbunden aber mit kritischen Anmerkungen zur Überalterung der Gesellschaft, zu Schneckentempo-Internet, maroden Klassenräumen und Straßen. Das alles gipfelt in der Mahnung, dass Deutschland seinen Wohlstand nur mit weitsichtigen Reformen wird sichern können.

Irgendwann wird die Aufschwung-Party ihr Ende finden

Wie wahr! Auch wenn die Wirtschaftsinstitute soeben ihre Konjunkturprognose noch einmal erhöht haben und zwar Risiken sehen, aber kein Ende des wirtschaftlichen Wachstums: Irgendwann werden die Aufschwung-Party und der Boom am Arbeitsmarkt einmal ihr Ende finden.

Es kommt darauf an, die Zeit bis dahin konsequent zu nutzen und Fehler der Vergangenheit zu vermeiden. Deutschland ist ein Land, das im Augenblick viel Energie darauf verwendet, seinen Sozialstaat auszubauen. Eine Republik, in der zwar Milliardenbeträge in Investitionsfonds schlummern, aber nicht schnell genug abfließen – entweder weil es nicht genügend Planer in den zuständigen Behörden gibt oder zu wenige Bauunternehmen, die noch Kapazitäten hätten. Ein Land, in dem zunehmender Fachkräftemängel verhindert, dass sich der Investitionsstau rasch auflöst. Ein Land auch, in dem der Breitband-Ausbau viel zu langsam vorangeht.

Es wäre Zeit für eine überzeugende Bildungspolitik

Wirtschaft sei zu 50 Prozent Psychologie, hat Ludwig Erhard, der Vordenker der sozialen Marktwirtschaft, immer gesagt. Damit die Marktwirtschaft in Deutschland auch in Zukunft noch sozial bleiben kann, werden neuer Gründergeist, mehr Innovation, weniger Bürokratie und ein gesellschaftliches Klima benötigt, in dem eine Digital-Staatsministerin nicht verlacht wird, wenn sie über Start-ups und Lufttaxis spricht.

Gerade erst im Amt, erweckt die neue Bundesregierung bereits den Eindruck, Deutschlands Wohlstand nur zu verwalten und dessen Früchte verteilen zu wollen. Das alles wirkt satt und wenig ehrgeizig. Dabei wäre jetzt die Zeit, eine überzeugende Bildungs- und Zuwanderungspolitik zu entwerfen und umzusetzen.

Dazu gehören eine Stärkung der betrieblichen Ausbildung und ein Regelwerk für gesteuerte Einwanderung. Damit könnte verhindert werden, dass der Fachkräftemangel auf Dauer zur Wachstumsbremse wird. Heute die Hände in den Schoß zu legen, wird sich morgen rächen. „Cool Germany“? Wir brauchen weniger Selbstzufriedenheit und mehr Aufbruchstimmung.

Von Rasmus Buchsteiner/RND

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