Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 5 ° wolkig

Navigation:
Die Knackpunkte im griechischen Schuldendrama

Athen/Brüssel Die Knackpunkte im griechischen Schuldendrama

Die Rettung Griechenlands vor der Pleite wird wieder zum Problem. Das Parlament in Athen billigte zwar in der Nacht zum Montag Sparmaßnahmen in Milliardenhöhe.

Athen/Brüssel. Die Rettung Griechenlands vor der Pleite wird wieder zum Problem. Das Parlament in Athen billigte zwar in der Nacht zum Montag Sparmaßnahmen in Milliardenhöhe. Doch die Geldgeber wollen vor neuen Hilfszahlungen mehr sehen.

- SPARPAKET I: Das Parlament billigte Rentenkürzungen mit einem Umfang von 1,8 Milliarden Euro sowie Erhöhungen der Einkommensteuer von ebenfalls 1,8 Milliarden Euro. In den kommenden Wochen müssen indirekte Steuern in Höhe von noch einmal 1,8 Milliarden Euro durch die Athener Volksvertretung. Das schon länger debattierte Paket mit einem Umfang von zusammen 5,4 Milliarden Euro wäre dann endgültig unter Dach und Fach.

- SPARPAKET II: Mit dem ersten Paket ist das Problem insgesamt aber noch nicht gelöst. Völlig offen ist die Forderung des Internationalen Währungsfonds (IWF) nach einem Sparpaket „auf Vorrat“. Die Washingtoner Finanzinstitution glaubt, Athen werde das Ziel verfehlen, 3,5 Prozent Haushaltsüberschuss (ohne Schuldendienst) im übernächsten Jahr zu erzielen. Deswegen seien zusätzliche Maßnahmen mit einem Umfang von 3,6 Milliarden Euro nötig. Sie sollen aber nur in die Tat umgesetzt werden, falls man „unterwegs zum Jahr 2018“ feststellt, dass Athens Finanzen zu entgleisen drohen.

Die Eurogruppe hat optimistischere Wirtschaftsprognosen, schloss sich aber der IWF-Forderung an, weil sie den Weltwährungsfonds bei der Griechenland-Rettung an Bord haben will. Die Geldgeber dringen darauf, dass die Sparmaßnahmen jetzt schon detailliert formuliert werden. Die Regierung in Athen fordert hingegen, dass die Sparschritte auf Vorrat nicht genau definiert werden. Eine politische Mehrheit dafür gebe es im Parlament nicht, lautet das Argument.

- SCHULDEN: Griechenlands Schuldenberg dürfte im laufenden Jahr knapp 183 Prozent der Wirtschaftsleistung erreichen - erlaubt sind höchstens 60 Prozent. Athen verlangt seit langem Schuldenerleichterungen. Ein Schuldenschnitt, bei dem Gläubiger einen Teil ihrer Forderungen verlieren, ist jedoch Tabu. Es wird nach Alternativlösungen gesucht. Angedacht ist beispielsweise, die Rückzahlungsfristen für Hilfskredite auf 70 bis 100 Jahre zu strecken, heißt es in Athen.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Athen

Tsipras hat eine weitere Kraftprobe überstanden. Das Parlament in Athen billigte ein neues Gesetzesbündel mit tiefen Einschnitten. Auf den Straßen Athens demonstrieren Tausende gegen Rentenkürzungen, kurzzeitig traten Randalierer in Aktion.

mehr
Mehr aus Politik
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Serie, Weltkrieg, erster Weltkrieg, zweiter Weltkrieg Teaser der den User auf die Sonderseiten zum Thema Weltkrieg führen soll image/svg+xml Image Teaser Weltkrieg 2015-09-23 de Serie Erinnerung an Weltkriege Alle Beiträge und Bildergalerien zum Thema sowie Infos zu Ausstellungen und Museen finden Sie auf unseren Sonderseiten. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier. > Erster Weltkrieg > Zweiter Weltkrieg 1914 bis 1918 1939 bis 1945
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.