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Die Republikaner und Sieger Trump: Wie weiter miteinander?

Analyse Die Republikaner und Sieger Trump: Wie weiter miteinander?

Donald Trump hat es vom Rand der Republikanischen Partei zum Posten des US-Präsidenten geschafft. Jetzt muss die Partei sich nur noch klar werden, wie sie ihn zurechtbiegen kann - oder andernfalls selbst ein völlig neues Gesicht unter ihm bekommt.

Washington. Der Aufstieg des milliardenschweren Geschäftsmanns Donald Trump vom Underdog inmitten vieler republikanischer Kandidaten bis hin zum gewählten US-Präsidenten hat nicht nur das Land überrascht. Er verändert auch das Antlitz der konservativen Partei.

Noch kurz vor der Wahl fürchteten viele Republikaner, dass sich ihre Partei nach einem Sieg Hillary Clintons völlig neu sortieren müsste. Stattdessen triumphierte Trump. „Die Nation schaute Fernsehen, um den Zerfall der Republikanischen Partei zu sehen und wurde stattdessen Augenzeuge der Zerstörung der Demokratischen Partei“, fasste der konservative Kommentator Erick Erickson die Entwicklung zusammen.

Trumps Triumph wirft nun neue Fragen darüber auf, was es heißt, Republikaner zu sein. Denn sein Sieg entlarvte, dass auch die konservativen Eliten den Draht zur Basis bei Themen wie Handel oder Immigration verloren hatten. Fraglich ist, ob die Parteiführer diese Lektion beherzigen oder versuchen werden, Trump auf Linie zu bringen.

Am Donnerstag stellten sich die republikanischen Führer im Kongress geeint hinter Trump, nachdem dieser in einem Treffen seine Prioritäten für den Amtsantritt am 20. Januar verkündet hatte: Grenzsicherheit, Wirtschaft, Gesundheitsreform.

Mit Paul Ryan, dem Sprecher des Repräsentantenhauses, scheint er zumindest öffentlich das Kriegsbeil begraben zu haben. Dieser war nach Trumps frauenfeindlichen Kommentaren auf Distanz zu dem Unternehmer gegangen. Ryan änderte seinen Kurs, nachdem sich abzeichnete, dass Trump ihm die Chance geben wird, eine konservative Agenda durchzubringen, für die er seit langem kämpft.

„Donald Trump holte einen der beeindruckendsten Siege, die wir je gesehen haben, und wir werden diesen Sieg zu einem Fortschritt für das amerikanische Volk machen“, sagte Ryan. „Nun geht es darum, wie wir voller Elan dieses Land umkrempeln und Amerika wieder großartig machen können.“

Nicht selten fuhr Trump im Wahlkampf einen entgegengesetzten Kurs zur republikanischen Orthodoxie. So punktete etwa seine Position gegen Freihandelsabkommen bei der Arbeiterklasse. Auch bei der Immigration, die Trump eindämmen will, steht er gegen einige hochkarätige Abgeordnete, die parteiübergreifende Lösungen anstrebten. Und während die Partei in einem Zustandsbericht nach der verlorenen Wahl 2012 beschloss, auf die wachsende Bevölkerungsschicht von Minderheiten zugehen zu wollen, setzte Trump auf enttäuschte Weiße, die genug vom Elite-Geklüngel in Washington haben.

Trump hatte schon nach dem hitzigen Kampf gegen 16 Herausforderer bei den Vorwahlen Schwierigkeiten, die Partei hinter sich zu bringen. Viele prominente Konservative schworen, ihn niemals zu unterstützen. Am Ende stärkte ihm dann aber doch eine Mehrheit der Republikaner den Rücken. Umfragen zufolge wählten 89 Prozent der Parteimitglieder Trump - darunter selbst die meisten Frauen und das trotz seiner sexistischen Kommentare.

Mittlerweile schlägt die Parteispitze versöhnliche Töne gegenüber dem neuen Präsidenten an. Ohios Gouverneur John Kasich, Trumps letzter Vorwahl-Gegner, der angekündigt hatte, für einen Kandidaten jenseits der Wahlliste zu stimmen, sagte, er bete für den Erfolg des Präsidenten. „Ich denke, als Amerikaner müssen wir alle zusammenkommen, weil es um das Leben unserer Kinder geht.“ Auch der kritische Senator Lindsey Graham erklärte: „Wir haben jetzt ein Land zu regieren.“

Doch auch jenseits der Regierung wird es für die Republikaner im Land nicht einfach, einem Präsidenten zu folgen, der nicht zwangsläufig ihre Werte teilt. Der Schriftsteller Dan McLaughlin schrieb im konservativen „National Review“: Seine Ansicht, dass Trump als Präsident ungeeignet, in Bezug auf konservative Belange nicht vertrauenswürdig und moralisch schlecht für die Partei sei, habe sich nicht geändert. Davon abgesehen sei es nun aber wichtig zu schauen, was er tatsächlich tue.

„Wir müssen nicht behaupten, dass die Grand Old Party die Partei Trumps wird, aber für eine Weile wird es zumindest die Partei mit Trump sein“, meint McLaughlin. „Und das Beste, was wir momentan tun können, ist, aus dem Inneren heraus zu wirken, um es in unsere Richtung zu lenken und die dunkleren Instinkte zu zügeln, die Trump zum Vorschein gebracht hat.“

dpa

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