Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Politik Die Zentralmoschee in Köln
Nachrichten Politik Die Zentralmoschee in Köln
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:42 29.09.2018
Im Jahr 2009 waren Arbeiten für den Beton-Glas-Komplex zügig vorangegangen, dann wurde gestritten. Nun hat der türkische Präsident Erdogan die Zentralmoschee der Ditib in Köln eröffnet. Quelle: Oliver Berg
Köln

Die Zentralmoschee der Ditib in Köln ist der größte Moschee-Komplex bundesweit - und hat so viele Schlagzeilen produziert wie wohl noch kein anderer Moscheebau in Deutschland.

Mit der offiziellen Eröffnung durch den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan rückt die Zentralmoschee mit Kuppel und zwei 55 Meter hohen Minaretten im Stadtteil Ehrenfeld wieder stark in den Blickpunkt.

Anfangs, im Jahr 2009, waren Arbeiten für den Beton-Glas-Komplex zügig vorangegangen, dann wurde gestritten. Die Türkisch-Islamische Union Ditib als Bauherrin warf 2011 den renommierten Architekten Paul Böhm raus, wegen angeblich auf 34 Millionen Euro verdoppelter Kosten und 2000 Baumängeln.

Das Architekturbüro wies das als „unlauter“ zurück, jeder einzelne Fleck an der Wand im Rohbau sei als Baufehler gezählt worden. Mehrfach habe Ankara kostentreibende Änderungen angemahnt, weil man dort christliche Symbolik im Bau befürchtete. Auch Böhms Nachfolger fiel in Ungnade. Zwischen der Bauherrin und dem Bauunternehmen Nuha gab es ebenfalls Streit. Die ursprünglich für 2012 geplante feierliche Eröffnung verzögerte sich immer wieder - und fand bis heute nicht statt.

Doch der Komplex wird schon seit einiger Zeit genutzt. Seit Sommer 2017 können Gläubige im großen Kuppelsaal beten. Rund 1000 Männer finden Platz im schmuckvollen Gebetssaal. Für Frauen sind eine Etage höher zwei Balkone vorgesehen, von denen aus sie in den Saal hinabschauen.

Zudem gibt es einen Bürotrakt für die Ditib, ferner eine Bibliothek und eine Ladenpassage, die an muslimischen Verbrauchern ausgerichtet ist. Dort kann man etwa den Koran kaufen oder in einer Islam-Bank scharia-konforme Geldgeschäfte tätigen. Für Interessierte gibt es regelmäßig Führungen.

Viele frühere Unterstützer der Moschee haben sich inzwischen abgewandt, so der einstige Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU): Von einem zunächst vertrauensvollen Dialog mit der Ditib sei nichts geblieben. Auch Böhm und die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) wollten sich gerne mit einer Rede an der Eröffnung am Samstag beteiligen. Angesichts von Funkstille seitens der Ditib blieben sie aber enttäuscht fern.

dpa

Es wirkte wie ein buntes Fest: Mehrere tausend Teilnehmer haben am Sonnabend in Hamburg für einen Abschiebestopp, sichere Fluchtwege und ein Bleiberecht für Flüchtlinge demonstriert.

29.09.2018
Politik Streit um «Spurwechsel» - Koalition will Rückkehr zur Sacharbeit

Zuletzt drehte sich die Bundesregierung bedrohlich um sich selbst, nicht nur im Fall des Verfassungsschutzchefs Maaßen. Rücken nun konkrete Vorhaben in den Fokus? Ein Reizthema kommt nicht vom Tisch.

29.09.2018

Es war eine turbulente Woche in der Berliner Politik: In der GoKo kriselte es, dann gab es doch Konsens in der Causa Maaßen. Schließlich erschütterte die Fraktionsvorsitzenden-Wahl die Union. Die Zeichen stehen auf Aufbruch – politisch und gesellschaftlich. Wie geht es weiter? Antworten vom RND-Flurfest.

30.09.2018