Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Politik Die britische Regierungsbildung
Nachrichten Politik Die britische Regierungsbildung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:26 08.06.2017
Debatte mit Premierministerin Theresa May im britischen Unterhaus. Quelle: Pa Wire/archiv
Anzeige
London

In Deutschland gibt es nach Wahlen meist längere Koalitionsverhandlungen, britische Wähler sind dagegen schnelle Klarheit gewohnt. Am Tag nach der Parlamentswahl gibt es einen neuen Premierminister - oder der alte bleibt im Amt.

Denn das reine Mehrheitswahlrecht bringt meist eine absolute Mehrheit für eine der großen Parteien hervor, die Konservative Partei oder die sozialdemokratische Labour-Partei. Wenn das nicht klappt, wird es komplizierter.

8. Juni: Der Wähler hat das Wort. Die Wahllokale schließen um 23.00 Uhr deutscher Zeit, 22.00 Uhr Ortszeit. Unmittelbar nach Schließung gibt es auf Wählerbefragungen basierende Prognosen, die neben einer Aussage zu den prozentualen Stimmanteilen die noch wichtigere Sitzverteilung einschließen werden. Ergebnisse gibt es erst am frühen Morgen des nächsten Tages.

9. Juni: Sollte es eine absolute Mehrheit für eine der Parteien geben, wird der Gewinner seinen Sieg erklären und der Verlierer die Niederlage anerkennen. Sollte es zu einer Wachablösung kommen, müsste die Amtsinhaberin Theresa May zu Queen Elizabeth II. als Staatsoberhaupt fahren und ihren Rücktritt einreichen. Dies gilt auch für eine Konstellation ohne absolute Mehrheit, in der May aber keine Aussicht auf eine Regierungsbildung unter ihrer Führung sieht.

9. Juni und die Tage danach: Bei klarer Mehrheit wird der Sieger eine neue Regierung bilden. Sollte sich keine eindeutige Mehrheit abzeichnen, aber May die Chance auf eine eigene Regierungsbildung sehen, bleibt sie zunächst weiter im Amt. Sie muss dann mit möglichen Partnern ein Regierungsprogramm zimmern. Von 2010 bis 2015 regierte Premierminister David Cameron gemeinsam mit den Liberaldemokraten.

13. Juni (voraussichtlich): Das Parlament kommt erstmals wieder zusammen.

19. Juni (voraussichtlich): Bei der Queen's Speech liest Königin Elizabeth II. das Programm der neuen Regierung vor. Es folgt eine rund fünf Tage dauernde Debatte darüber im Unterhaus. Dann wird abgestimmt - hierbei handelt es sich de facto um eine Vertrauensabstimmung für die neue Regierung, also die Nagelprobe. Sollte sie scheitern, hätte dann die Gegenseite das Recht auf den nächsten Versuch. Die Abstimmung gilt aber als reine Formsache.

dpa

Mehr zum Thema

Die Labour-Partei konnte vor allem mit sozialen Schwerpunkten im Wahlprogramm Menschen für sich gewinnen. Die Partei verspricht unter anderem Investitionen in das Gesundheitswesen sowie in Erziehung und Bildung. Die Tories mussten für geplante Einschnitte bei der Pflege viel Kritik einstecken.

04.06.2017

Drei Terroranschläge in drei Monaten: Großbritannien kommt nicht zur Ruhe. Die Bekämpfung von Extremismus heizt auch den Schlussspurt des Wahlkampfes kräftig an. Das Rennen gilt ohnehin als eng.

05.06.2017

Einen Tag vor der Parlamentswahl in Großbritannien wird es eng zwischen den beiden großen Parteien.

07.06.2017

Er soll neuer FBI-Chef werden – und hat wohl auch Verbindungen zu Russland. Die Kanzlei von Christopher Wray, den US-Präsident Trump für den Chefposten der Bundesbehörde nominiert hat, soll den russischen Ölkonzern Rosneft beraten haben.

08.06.2017

Die britischen Sicherheitskräfte haben vier weitere Männer in Zusammenhang mit den Anschlägen von Manchester und London festgenommen. Zwei von ihnen stehen demnach im Verdacht, Terrorakte vorbereitet zu haben.

08.06.2017

Das Statement des entlassenen FBI-Chefs James Comey zeigt atemberaubende Grenzüberschreitungen. Es bietet nicht nur genügend Anlass, an der Qualifikation Donald Trumps für das Amt des US-Präsidenten zu zweifeln – sondern offenbart einen Einblick auf eine Vorgehensweise, die an dubiose Familienclans erinnert. Ein Kommentar.

08.06.2017
Anzeige