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Politik Die verschiedenen Lager innerhalb der AfD
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17:02 21.06.2017
Der Thüringer AfD-Fraktionschef Björn Höcke gehört zu den bekanntesten Vertretern des rechtsnationalen Flügels. Quelle: Bodo Schackow
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Berlin

Schon bald nach Gründung der AfD 2013 haben sich in der Partei verschiedene Lager und Strömungen herausgebildet. Allerdings wird der Streit um die politische Ausrichtung der Partei oft von Machtfragen und persönlichen Animositäten überlagert. So trennscharf wie bei den Grünen mit ihren „Realos“ und „Fundis“ ist es bei der AfD nicht.

Der WIRTSCHAFTSLIBERALE FLÜGEL ist durch den Abgang von Parteigründer Bernd Lucke und seinen Mitstreitern 2015 erheblich geschwächt. Als seine wichtigsten Repräsentanten gelten heute der Parteivorsitzende Jörg Meuthen und Alice Weidel, die dem Bundesvorstand als Beisitzerin angehört. Meuthen und Weidel sind beide Volkswirte und kommen aus dem Landesverband Baden-Württemberg.

Der RECHTSNATIONALE FLÜGEL hat seit der Parteispaltung 2015 mit dem Ausscheiden der Kritiker dieser Linie um Lucke und dem Beitritt neuer Mitglieder mehr Gewicht. Auch nach Luckes Abgang haben noch etliche AfD-Mitglieder die Partei verlassen, weil sie Äußerungen des Flügels untragbar fanden. Bekannteste Vertreter der Gruppe, die sich seit 2015 offiziell „Flügel“ nennt, sind der Thüringer Fraktionschef Björn Höcke und André Poggenburg, Bundesvorstandsmitglied und Vorsitzender der AfD-Fraktion in Sachsen-Anhalt. Auch Andreas Kalbitz aus Brandenburg gehört dazu. Parteivize Alexander Gauland hält seine schützende Hand über die Rechtsnationalen, auch wenn er selbst vorsichtiger formuliert als Höcke.

Einige Mitglieder dieser Strömung, die den Islam ablehnt und vor einem „ungebremsten Zustrom von Menschenmassen aus unterentwickelten Weltregionen“ warnt, haben sich der „Patriotischen Plattform“ angeschlossen, die der Magdeburger Landtagsabgeordnete Hans-Thomas Tillschneider leitet.

REALPOLITIKER wie Parteichefin Frauke Petry und ihr Ehemann, der NRW-Landesvorsitzende Marcus Pretzell, wollen, dass für fundamentale Systemkritik in der AfD keinen Platz ist. Sie wollen, dass die AfD mittelfristig koalitionsfähig wird. Auch der Chef der rheinland-pfälzischen AfD, Uwe Junge, und der Berliner AfD-Vorsitzende Georg Pazderski liegen auf dieser Linie. Dass sich Petry und Pretzell im vergangenen Januar zum Gruppenfoto mit dem Niederländer Geert Wilders und der französischen Front-National-Vorsitzenden Marine Le Pen aufgestellt haben, steht nach Ansicht einiger AfD-Mitglieder im Widerspruch zu dieser Strategie.

Abgenommen hat die Zahl der PARTEIHOPPER, die zu Beginn in jeder neuen Partei zu finden sind. In der Regel verschwinden sie, weil sie ihre Außenseiter-Ideen und Karrierewünsche nicht verwirklichen können. Einige von ihnen haben sich in der AfD aber halten können. Der saarländische Landesvorsitzende Josef Dörr war früher bei der CDU und auch schon Mitglied der Grünen. Wolfgang Gedeon war in jungen Jahren Kommunist. Die AfD-Landtagsfraktion in Stuttgart drängte ihn 2016 wegen antisemitischer Äußerungen zum Austritt. Er ist aber immer noch Parteimitglied und auch Delegierter.

dpa

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