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Politik EU-Klimastrategie: Ein weiteres hehres Ziel
Nachrichten Politik EU-Klimastrategie: Ein weiteres hehres Ziel
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19:00 28.11.2018
Die EU-Kommission will den Netto-CO2-Ausstoß bis 2050 auf null senken – derzeit rangiert die EU weltweit an dritter Stelle der Treibhausgasemittenten nach den USA und China. Quelle: dpa
Berlin

Die EU soll bis 2050 klimaneutral werden. Von da an sollen die Mitgliedstaaten nur so viel Treibhausgas ausstoßen, wie von der Natur wieder aufgenommen werden kann. Die EU-Kommission hat sich damit ein zweifellos ehrgeiziges Ziel gesetzt. An ambitionierten Zielen aber herrschte in der Klimapolitik nie ein Mangel. An Taten zu ihrer Umsetzung dagegen schon.

Gewiss tut Brüssel gut daran, kurz vor Beginn der UN-Klimakonferenz im polnischen Kattowitz zu betonen, dass dringend etwas gegen die Erderwärmung zu unternehmen ist. Vor drei Jahren einigte sich die Weltgemeinschaft in Paris auf einen maximalen Temperaturanstieg von zwei Grad über dem vorindustriellen Wert.

Drei Grad mehr zum Ende des Jahrhunderts

So, wie sie heute wächst und wirtschaftet, steuert die Menschheit allerdings zum Ende des Jahrhunderts auf drei Grad und mehr zu. Das ruft nach einer radikalen Abkehr von Kohle, Gas und Öl – in der Industrie, auf den Straßen und in den eigenen vier Wänden. Neue Technologien sind jetzt gefragt. Mit ihrer forschen Ansage will die EU-Kommission Investoren Mut zum Umsteuern machen.

Doch dafür müssen die EU-Staaten glaubwürdig sein. Nicht erst 2050, sondern jetzt. Stattdessen aber verfehlt ein Großteil von ihnen – darunter Deutschland – die Klimaziele für 2020. Und als die Kommission im Sommer dieses Jahres die Klimaziele für 2030 anheben wollte, stellten sich Deutschland und weitere EU-Staaten quer.

Die kurzfristigen Interessen der Auto- und der Kohleindustrie sind der Bundesregierung wichtiger als die langfristigen Lebensbedingungen auf dem Planeten. Nun also wird 2050 als ökopolitische Zielmarke ausgewiesen.

Es ist wie so oft in der Klimapolitik: Nichtstun im Jetzt soll durch umso energischeres Handeln in ferner Zukunft ausgeglichen werden. Diese Rechnung mag das Gewissen von Politikern entlasten. Nur aufgehen kann sie nicht.

Von Marina Kormbaki/RND

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