Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Politik Emmanuel Macron: Ein Senkrechtstarter rüttelt Frankreich auf
Nachrichten Politik Emmanuel Macron: Ein Senkrechtstarter rüttelt Frankreich auf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:52 05.05.2017
Der französische Präsidentschaftskandidat Emmanuel Macron. Quelle: Christophe Ena
Anzeige
Paris

Mit gerade 39 Jahren könnte Emmanuel Macron Frankreichs neuer Präsident werden. Ein raketenhafter Aufstieg für den Mann, der in der Öffentlichkeit noch vor drei Jahren kaum bekannt war. Der frühere Investmentbanker hat Frankreichs politische Landschaft mit seiner Kandidatur jenseits der klassischen Parteien umgepflügt.

Macron positioniert sich „weder rechts noch links“. Er tritt mit seiner Bewegung „En Marche!“ offen für Europa und für eine enge Partnerschaft mit Deutschland ein - und ist nicht nur hier völlig konträr zu den Positionen seiner Stichwahlgegnerin Marine Le Pen.

„Ich habe Europa im Herzen“, lautet einer seiner Wahlsprüche. In Berlin wird seine Kandidatur deshalb mit Wohlwollen gesehen. Er wirbt für ein „optimistisches Frankreich“. Kritiker werfen ihm vor, damit vor allem die Gewinner der Globalisierung anzusprechen.

Der smarte und stets adrett auftretende Macron wirbt für Erneuerung der verkrusteten französischen Politik, kennt sich in den Pariser Machtzirkeln aber bestens aus. Er besuchte die Elitehochschule ENA und machte in der Verwaltung Karriere, bevor er auf einen gut bezahlten Bankerjob wechselte.

2012 wurde er Berater des sozialistischen Präsidenten François Hollande, später dessen Wirtschaftsminister. Doch Macron fiel immer wieder mit Kritik am zögerlichen Reformkurs der Regierung auf und brach schließlich mit dem Staatschef.

Der Politiker ist mit der wesentlich älteren Brigitte Macron (64) verheiratet. Das Paar ist ein beliebtes Thema für die französische Boulevardpresse. Macron lernte seine Frau in seiner Schulzeit im nordfranzösischen Amiens kennen, in einer von der Lehrerin geleiteten Theatergruppe. „Unsere Geschichte hat uns einen hartnäckigen Willen eingehämmert, nichts dem Konformismus zu überlassen“, sagt Macron.

dpa

Mehr zum Thema

Vor dem Endduell der Präsidentschaftswahl wird mit harten Bandagen gekämpft. Ex-Minister Macron sieht Frankreich in Gefahr, falls die Front National von Le Pen an die Macht kommen sollte.

01.05.2017

Kurz vor dem Endduell der französischen Präsidentenwahl flammt eine Plagiatsdebatte auf. Der Favorit Macron verliert in Umfagen Punkte. Unterstützung bekommt der 39-Jährige von einem prominenten Ex-Minister aus Athen.

02.05.2017

Der französische Wahlkampf hört da auf, wo er angefangen hat: bei der Staatsanwaltschaft. Favorit Macron wehrt sich gegen unbestätigte Gerüchte, wonach er ein Konto in einem Steuerparadies haben soll.

04.05.2017

Sie haben völlig konträre Ansichten zur Globalisierung und zur Wirtschaftspolitik: Die Programme der französischen Präsidentschaftsfinalisten Emmanuel Macron und Marine Le Pen unterscheiden sich stark.

05.05.2017

Wie stark belastet die Affäre um die angebliche Ausspähung deutscher Steuerfahnder das Verhältnis zur Schweiz? Deren Ex-Botschafter ist besorgt. SPD-Chef Schulz fordert „sehr ernsthafte Gespräche“.

05.05.2017

Nach Türkei-Referendum wird jetzt bereits über die nächste türkische Volksabstimmung in Deutschland diskutiert: Erdogan will die Todesstrafe wieder einführen. Nach Martin Schulz spricht sich nun auch die Bundesregierung dagegen aus.

05.05.2017
Anzeige