Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Politik Emotionaler Auftritt von Gil Ofarim bei „Plasberg“
Nachrichten Politik Emotionaler Auftritt von Gil Ofarim bei „Plasberg“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:16 15.05.2018
Der Musiker Gil Ofarim zu Gast in der ARD Talkshow „Hart aber fair“ am 14.05.2018 in Köln. Quelle: imago/Horst Galuschka
Anzeige
Köln

Ein Abend gegen Antisemitismus und das am Tag der blutigen Auseinandersetzungen in Gaza und der Einweihung der US-Botschaft in Jerusalem – Gil Ofarim wusste wohl schon vor Beginn der Sendung „Hart aber fair“, dass es emotional schwierig werden würde für ihn. Ofarim versucht politisch zu argumentieren: „Die Probleme werden nicht gelöst, wenn die amerikanische Botschaft in Tel Aviv bleibt, die Probleme gehen viel tiefer.“

Er spielt auch darauf an, dass die Führung der Palästinenser sich am Elend ihrer Bevölkerung und an dem virtuellen Kriegszustand bereichere. „Im Jahr 2000 bei den Friedensverhandlungen mit Yassir Arafat, dem linken israelischen Ministerpräsidenten Ehud Barak und US-Präsident Bill Clinton sprang Clinton auf und sagte, wir haben es geschafft, das könnte der Frieden sein. Und Arafat sagte Nein. Es ist ein unfassbar großes finanzielles Geschäft für viele, viele Menschen da unten, Nein zu sagen. Die Führungsriege der Hamas, das sind Milliardäre, superreiche Männer, die sitzen in Katar und lassen es sich gut gehen, während ihr Volk verhungert. Und zum Schluss heißt es, die Israelis erschießen kleine Kinder.“

Die Gäste der ARD Talkshow „Hart aber fair“: Kommunikationsberaterin Melody Sucharewicz, Gil Ofarim, Ex-Regierungssprecher Uwe Karsten Heye, Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor und Dietmar Ossenberg, ehemaliger ZDF-Studioleiter in Kairo (v.l.). Quelle: imago/Horst Galuschka

Richtig emotional allerdings wird Gil Ofarim, als das Thema auf die Auswirkungen der Nahostkrise auf das deutsche Verhältnis zu den Juden und ein Wiedererstarken des Antisemitismus kommt. Und er erinnert sich an seine Schulzeit: „Für mich gehörten Maschinengewehre zum Alltag“, berichtet er. „Ich bin durch eine Sicherheitsschleuse gegangen, an schwerbewaffneten bayerischen Polizisten vorbei.“

Auch menschenverachtende Sprüche von Mitschülern sind ihm noch gegenwärtig. „Damals gab es in München noch kein jüdisches Gymnasium und dann kam ich auf eine deutsche Schule. “Ich werde nie vergessen, wie mir mal ein Mitschüler sagte: ,Ey, weißt du, dass Dachau nicht weit weg ist von hier?’ Das trifft einen hart, wenn man jeden Schabbat mit Freunden zu Abend isst, und man sieht die Großeltern und die hatten alle noch die Tätowierung (der KZ-Nummer) auf dem Unterarm“, berichtet der Musiker.

„So etwas tut weh. Einmal im Monat hatten wir einen Haufen Hundekot im Briefkasten. Hakenkreuze auf meiner Schulbank. Das klingt vielleicht lustig, aber das ist nicht lustig!“ Gil Ofarims Fazit: „Israel ist das einzige Land, was wir Juden haben, in dem wir nicht verfolgt oder beleidigt werden.“ Einen Umzug möchte der Sänger nicht mehr gänzlich ausschließen: „Meine Heimat ist München, aber eines Tages gehe ich vielleicht nach Israel.“

Von RND/dk

Die Beamtin, die den Skandal um manipulierte Asylbescheide öffentlich gemacht hatte, soll am Mittwoch aussagen – die Kosten für die Reise zur Bremer Staatsanwaltschaft will das BAMF nicht übernehmen.

15.05.2018

Verletzte Schweine im Familienbetrieb, die Auflösung einer Stabsstelle, schließlich ein ominöser Hackerangriff: Nach monatelanger Kritik tritt NRW-Agrarministerin Schulze Föcking zurück. Ihren Kritikern macht sie schwere Vorwürfe.

15.05.2018

Seit 2011 kümmert sich Johannes-Wilhelm Rörig als Unabhängiger Beauftragter um die Bekämpfung sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche. Die befristete Stelle ist bislang zweimal verlängert worden. Rörig fordert nun unbefristete Strukturen.

15.05.2018
Anzeige