Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -1 ° Regen

Navigation:
Erneut Abschiebeflug nach Afghanistan gestartet

Frankfurter Flughafen Erneut Abschiebeflug nach Afghanistan gestartet

Ein weiteres Flugzeug mit abgeschobenen Flüchtlingen aus Deutschland ist nach Afghanistan gestartet - an Bord der Maschine sollen wieder Straftäter sein. Der Bundesinnenminister verteidigt die Praxis.

Voriger Artikel
USA erkennen Jerusalem als Hauptstadt Israels an
Nächster Artikel
Opferbeauftragter Beck: „Verzweiflung, Trauer, Wut und Bitternis“

Aktivisten verschiedener Organisationen demonstrieren im Frankfurter Flughafen gegen den Abschiebeflug nach Afghanistan.

Quelle: Fabian Sommer

Kabul/Frankfurt. Zum achten Mal ist ein Abschiebeflug von Deutschland nach Afghanistan gestartet. Die Maschine hob nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch gegen 19.00 Uhr mit 27 Afghanen an Bord vom Frankfurter Flughafen ab, darunter zwei sogenannte Gefährder.

Der Großteil der Gruppe kommt demnach aus Bayern, einer aus Hessen. Die Maschine sollte über Tiflis in die afghanische Hauptstadt Kabul fliegen. Den Informationen zufolge sollte in Kabul geprüft werden, ob es Eilentscheidungen gegen die Abschiebungen gab - diese Passagiere würden dann zurückkehren.

Am Frankfurter Flughafen demonstrierten rund 500 Aktivisten gegen die Maßnahme. Dabei waren Plakate mit der Aufschrift „Kein Mensch ist illegal“ zu sehen. In Sprechchören hieß es „Um Europa keine Mauer, Bleiberecht für alle und auf Dauer“. Afghanische Behörden hatten zuvor die geplante Ankunft eines Abschiebeflugs aus Deutschland für Donnerstagmorgen bestätigt.

Abschiebungen nach Afghanistan sind umstritten, weil es inzwischen landesweit Gefechte und Anschläge der radikalislamischen Taliban und der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gibt. Zuvor hatte Deutschland seit Dezember 2016 mit sieben Sammelflügen insgesamt 128 Männer nach Afghanistan zurückbringen lassen.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) verteidigte die Abschiebungen. „Gefährder, Straftäter und hartnäckige Mitwirkungsverweigerer“ könnten auch nach Afghanistan abgeschoben werden, sagte er am Mittwoch in Berlin. Es bleibe bei der Linie, die er mit Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) besprochen habe. „Das ist auch richtig so, und wir werden diese Linie fortsetzen.“ Nach einem Bombenanschlag vor der deutschen Botschaft in Kabul im Mai hatten Bund und Länder Abschiebungen auf Straftäter, Gefährder und sogenannte Identitätstäuscher beschränkt.

Ein Sprecher des afghanischen Flüchtlingsministeriums hatte diese Woche gesagt, die Regierung bekomme nicht viele Informationen über die Passagiere. „Wir haben bisher nur aus Medien gehört, wenn Kriminelle an Bord waren.“ Ein Sprecher der Grenzpolizei sagte, auch die Polizei wisse nichts über Straftaten von abgeschobenen Afghanen. „Die deutsche Regierung und das Flüchtlingsministerium sagen uns nichts. Wir schicken die Leute einfach ihres Weges.“ Eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums hingegen sagte, die afghanische Seite sei informiert, dass Straftäter unterwegs seien, und es würden auch „die Namen der Betroffenen übermittelt“.

Auf der Liste der Abschiebekandidaten standen diesmal auch zwei junge Männer, die nach Ansicht von Flüchtlingsaktivisten und Anwälten in keine der drei Kategorien gehörten, darunter ein junger Mann, der aus der Ausbildung in Bayern heraus abgeschoben werden soll.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Bis zu 3000 Euro
Freiwillige Ausreise: Abgelehnte Asylbewerber betreten den Terminal des Kassel-Airports.

Zuletzt haben weniger Asylbewerber freiwillig das Land verlassen. Die Regierung will das ändern und lockt potenzielle Heimkehrer nun mit einem Extra-Bonus. Befristet und an Bedingungen geknüpft. Flüchtlingsaktivisten sehen darin ein unmoralisches Angebot.

mehr
Mehr aus Politik
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Serie, Weltkrieg, erster Weltkrieg, zweiter Weltkrieg Teaser der den User auf die Sonderseiten zum Thema Weltkrieg führen soll image/svg+xml Image Teaser Weltkrieg 2015-09-23 de Serie Erinnerung an Weltkriege Alle Beiträge und Bildergalerien zum Thema sowie Infos zu Ausstellungen und Museen finden Sie auf unseren Sonderseiten. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier. > Erster Weltkrieg > Zweiter Weltkrieg 1914 bis 1918 1939 bis 1945
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.
24. Juli 2017 - Alev Doğan in Allgemein

Es gibt eine Wahrheit, vor der auch ich mich schon lange drücke. Eine, die auszusprechen weh tut: Um die Türkei steht es im Moment nicht gut. Ach was, um die Türkei steht es im Moment miserabel.

mehr