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Etablierten Parteien laufen die bürgerlichen Wähler weg

Bertelsmann-Studie Etablierten Parteien laufen die bürgerlichen Wähler weg

Bei der Bundestagswahl schauten viele auf das Abschneiden der AfD. Laut einer neuen Studie gab es in der bürgerlichen Mitte die größten Verschiebungen - und eine neue Konfliktlinie.

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Ein Mann wirft bei der Bundestagswahl seinen Stimmzettel in Frankfurt am Main in eine Wahlurne.

Quelle: Frank Rumpenhorst

Gütersloh. Die etablierten Parteien haben bei der Bundestagswahl laut einer Studie nicht nur am rechten Rand Wähler verloren, sondern auch massiv in der bürgerlichen Mitte. Demnach haben vier von zehn Wahlberechtigten dieser Gruppe ihre Stimme nicht abgegeben oder die AfD gewählt.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Bertelsmann-Stiftung in Gütersloh mit dem Titel „Populäre Wahl“.

Demnach verloren CDU/CSU in dieser Gesellschaftsgruppe bei der Wahl vor gut zwei Wochen 15 Prozentpunkte, während die AfD um den gleichen Wert zulegte. „Die etablierten Parteien verlieren in der bürgerlichen Mitte deutlich an Terrain. Der Kampf um die Mitte hat sich massiv verschärft“, erklärte der Autor der Studie, Robert Vehrkamp.

Das hat Folgen für die Koalitionsbildung. Eine große Koalition aus Union und SPD würde demnach nur noch 42 Prozent und ein Jamaika-Bündnis aus CDU/CSU, FDP und Grünen nur 39 Prozent aller Wahlberechtigten aus der bürgerlichen Mitte repräsentieren.

„In der bürgerlichen Mitte gibt es eine Erosion, darum müssen sich die etablierten Parteien kümmern. Sonst werden sie das verloren gegangene Terrain nicht wieder zurückgewinnen“, sagte Studienautor Vehrkamp der Deutschen Presse-Agentur.

Nach Auswertung der Daten haben die Gütersloher Forscher eine neue Konfliktlinie der Demokratie ausgemacht. Die Wählerschaft ist demnach gespalten in die Skeptiker und Befürworter der Modernisierung. Diese Trennlinie hat das Wahlverhalten nach Überzeugung der Studienautoren entscheidend geprägt. Auf der einen Seite stünden Milieus, die sich mit Begriffen wie Tradition oder Besitzstandswahrung identifizierten. Für Milieus, die der Modernisierung offen gegenüber stehen, stünden Begriffe wie Grenzüberwindung und Beschleunigung.

„Die AfD wurde ganz überwiegend von Menschen gewählt, die der sozialen und kulturellen Modernisierung zumindest skeptisch gegenüberstehen“, befand Vehrkamp nach Auswertung der Zahlen. 65 Prozent aller AfD-Wähler kommen aus Milieus, die eher modernisierungsskeptisch sind. Damit habe die AfD im Parteienspektrum ein Alleinstellungsmerkmal, heißt es in der Studie. Die Wähler aller anderen Parteien im Bundestag sind in der Mehrheit Modernisierungsbefürworter: Bei der CDU/CSU sind es 52 Prozent, SPD (56), FDP (59) und Linke (62). Spitzenreiter sind mit 72 Prozent die Wähler der Grünen.

dpa

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