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Europa, ja oder nein? Élyséeanwärter liegen weit auseinander

Hintergrund Europa, ja oder nein? Élyséeanwärter liegen weit auseinander

In knapp fünf Wochen stimmt Frankreich über seinen nächsten Präsidenten ab. Bei einer TV-Debatte trafen die wichtigsten Kandidaten auf Montagabend zum ersten Mal aufeinander.

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Marine Le Pen setzt auf Abschottung, um Frankreichs Probleme zu lösen.

Quelle: Ian Langsdon

Paris. In knapp fünf Wochen stimmt Frankreich über seinen nächsten Präsidenten ab. Bei einer TV-Debatte trafen die wichtigsten Kandidaten auf Montagabend zum ersten Mal aufeinander. Zentrale Aussagen im Überblick:

MARINE LE PEN: Die Rechtspopulistin von der Front National (FN) setzt auf Abschottung, um Frankreichs Probleme zu lösen. „Ich will die Einwanderung stoppen“, sagte sie. Sie will die Franzosen über den Verbleib in der EU abstimmen lassen. Außerdem soll Frankreich den Euro abschaffen und das Schengen-Abkommen für das Reisen ohne Grenzkontrollen verlassen. Gegenwind bekommt die 48-Jährige vor allem wegen den Euro-Austritts.

FRANÇOIS FILLON: Der Spitzenkandidat (63) der bürgerlichen Rechten vertritt ein wirtschaftsliberales Programm und will sparen. „Ich werde der Präsident der nationalen Sanierung sein“, lautet sein Motto. Öffentliche Ausgaben sollen um 100 Milliarden Euro sinken, 500 000 Jobs im öffentlichen Dienst fallen demnach weg. Fillon wird von einer Affäre um die Beschäftigung seiner Frau im Parlament belastet. In der Debatte gestand er Fehler ein.

EMMANUEL MACRON: Der Politjungstar positioniert sich weder links noch rechts. Er setzt auf Europa und damit eine Partnerschaft mit Deutschland. Der 39-Jährige verzichtet auf eine klassische Partei und setzt auf eine Rundum-Erneuerung der Politik: „Ich bin frei.“ An Fillon gerichtet sagte er: „Ich bin nicht wie Sie seit 30 Jahren in der Politik.“

BENOÎT HAMON: Der 49 Jahre alte Ex-Bildungsminister gehört zum linken Flügel der regierenden Sozialisten. Er bricht bewusst mit der Ära des amtierenden Präsidenten François Hollande. Generell setzt er sich für eine Pause bei der europäischen Sparpolitik ein. Ungeachtet von Kritik hält er am Vorschlag eines Grundeinkommens fest. Er pocht auf die Unabhängigkeit von Wirtschaftsinteressen. Mit Blick auf private Geldgeber fragte er Macron: „Können Sie die Verpflichtung eingehen, dass nicht Verantwortliche der Pharmaindustrie oder Ölunternehmen dabei sind?“

JEAN-LUC MÉLENCHON: Mit 65 Jahren ist der Linkenführer der älteste unter den wichtigen Kandidaten. Der von der kommunistischen Partei (PCF) unterstützte Anwärter ist ein Europakritiker. Er will über die europäischen Verträge verhandeln und über das Resultat in einem Referendum abstimmen lassen. Vorwürfe eines „Affärenwahlkampfs“ weist er weit von sich: „Hier sind nur zwei Personen betroffen: Herr Fillon und Frau Le Pen“, meinte er in der Debatte.

dpa

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