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Politik Ex-Außenminister Westerwelle mit 54 Jahren gestorben
Nachrichten Politik Ex-Außenminister Westerwelle mit 54 Jahren gestorben
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16:29 18.03.2016
Der ehemalige Außenminister Guido Westerwelle ist tot. Der frühere FDP-Vorsitzende starb am Freitag im Alter von 54 Jahren an den Folgen seiner Leukämie-Erkrankung. Quelle: Hannibal Hanschke / Dpa
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Berlin

Der ehemalige Außenminister Guido Westerwelle ist tot. Der frühere FDP-Vorsitzende starb am Freitag im Alter von 54 Jahren in der Universitätsklinik Köln an den Folgen seiner Leukämie-Erkrankung. Dies teilte seine Stiftung, die Westerwelle Foundation, in Berlin mit. Bei Westerwelle war im Juni 2014 - nur ein halbes Jahr nach seinem Ausscheiden aus dem Auswärtigen Amt - eine besonders schlimme Form von Blutkrebs diagnostiziert worden.

Auf der Homepage der Stiftung war am Freitag ein Foto Westerwelles zusammen mit seinem Ehemann Michael Mronz zu sehen. Daneben stand: „Wir haben gekämpft. Wir hatten das Ziel vor Augen. Wir sind dankbar für eine unglaublich tolle gemeinsame Zeit. Die Liebe bleibt.“ Nach Angaben der Stiftung gibt es für die Beisetzung noch keinen Termin. Im Auswärtigen Amt wurden die Flaggen auf halbmast gesetzt.

Tod löst Bestürzung aus

Westerwelles Tod löste Trauer und Bestürzung aus. Der jetzige FDP-Chef Christian Lindner meinte: „Mit fehlen die Worte. Guido hat so gekämpft. Die Trauer ist groß.“

FDP-Bundesvize Katja Suding hat sich bestürzt über den Tod von Guido Westerwelle gezeigt. Er „lässt uns traurig und fassungslos zurück“, erklärte die Hamburger Parteivorsitzende und Fraktionschefin am Freitag. Die FDP habe ihm - dem ehemaligen Generalsekretär, Bundesvorsitzenden, Außenminister - sehr viel zu verdanken. „Insbesondere auch unser Hamburger Landesverband und ich ganz persönlich.“

Westerwelle sei in den vergangenen Jahren sehr eng mit den Hamburger Liberalen verbunden gewesen „und gerade seit der Bürgerschaftswahl 2011 bestand ein freundschaftliches und vertrautes Verhältnis“. Westerwelle werde allen sehr fehlen. „Wir fühlen uns in tiefer Trauer mit seinen Angehörigen verbunden.“

Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) hat Guido Westerwelle als einen engagierten Politiker und streitbaren Demokraten gewürdigt, der viel für seine Partei und das Land erreicht hat. „Guido Westerwelle war ein Kollege, der mit viel Esprit und Leidenschaft Politik gemacht hat, und ein feiner Mensch. Ich bin sehr traurig“, erklärte Scholz am Freitag.

Gauck: Westerwelle war leidenschaftlicher Demokrat und Europäer

Bundespräsident Joachim Gauck hat den gestorbenen FDP-Politiker Guido Westerwelle als leidenschaftlichen Demokraten und Europäer gewürdigt. Gauck schrieb am Freitag: „Mit Guido Westerwelle verliert unser Land einen leidenschaftlichen politischen Menschen, der seine verschiedenen Aufgaben, ob in seiner Partei, im Ministeramt oder zuletzt in der von ihm gegründeten Stiftung, immer mit großem persönlichem Einsatz angegangen ist.“

Als Vorsitzender der FDP habe Westerwelle seine Partei zu großen Erfolgen geführt, betonte Gauck. Als Bundesaußenminister sei die Vertiefung der europäischen Integration, insbesondere während der Euro-Krise, sein großes Anliegen gewesen. „Guido Westerwelle hat sich um unser Land verdient gemacht. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.“

De Maizière: liebenswürdig, zuvorkommend und selbstkritisch

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sagte: „Die Nachricht ist sehr, sehr bitter. Guido Westerwelle war ein besonders liebenswürdiger, zuvorkommender und selbstkritischer Mensch.“ Der Präsident des Europaparlaments, Martin Schulz (SPD), würdigte Westerwelle als „eine prägende Figur“.

Grünen-Chef Cem Özdemir schrieb auf Twitter: „Wir sind sehr bestürzt über den Tod von Guido Westerwelle.“ „Ein trauriger Tag...“, twitterte Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU).

14,6 Prozent für die FDP bei der Bundestagswahl 2009

Westerwelle gehörte seit den 80er Jahren zu den bekanntesten Persönlichkeiten der bundesdeutschen Politik. Nach vielen Jahren in der Opposition holte die FDP unter seinem Vorsitz bei der Bundestagswahl 2009 14,6 Prozent. In der schwarz-gelben Koalition war er zwischen 2009 und 2013 Bundesaußenminister. In den ersten anderthalb Jahren der schwarz-gelben Koalition, bis zu seinem Rücktritt vom Amt des FDP-Chefs, war er auch Vizekanzler.

Nach der Leukämie-Diagnose bekam Westerwelle im September 2014 eine Knochenmark-Transplantation. Nach der Entlassung verbrachte er viel Zeit auf Mallorca. Im vergangenen September zeigte er sich erstmals wieder bei einem offiziellen Termin in Berlin. Im November stellte er dann das Buch vor, das er über seine Erkrankung geschrieben hatte. Titel: „Zwischen zwei Leben: Von Liebe, Tod und Zuversicht.“

Westerwelle: „Ich will nicht nur durchkommen“

In einem seiner letzten Interviews, mit der „Bunten“, sagte er: „Ich will nicht nur durchkommen, sondern ich möchte wieder ein erfülltes Leben führen. Ich möchte vollständig genesen.“ Damals gab es Hoffnung, dass er die Krebs-Erkrankung bewältigen konnte. Kurz danach musste er sich allerdings erneut ins Krankenhaus begeben, was offiziell mit einer „Medikamentenumstellung“ begründet wurde. Seither war Westerwelle kaum noch in der Öffentlichkeit zu sehen gewesen.

Von dpa

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