Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Politik Ex-Fraktionschef Gysi nennt Linke „saft- und kraftlos“
Nachrichten Politik Ex-Fraktionschef Gysi nennt Linke „saft- und kraftlos“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:53 27.05.2016
Anzeige
Berlin

Der frühere Linke-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Gregor Gysi, sieht seine Partei in einem kritischen Zustand - gerade unter dem Druck des Rechtspopulismus. Die Linke sei „saft- und kraftlos“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Aus den eigenen Reihen kam Widerspruch.

Die Wähler sprächen der Linken „die Gestaltungskraft ab, weil wir auf Bundesebene den Eindruck vermitteln, nicht in die Regierung zu wollen“, sagte Gysi. In Ostdeutschland müsse die dort traditionell starke Partei zunehmend die Konkurrenz der rechtskonservativen AfD fürchten.

„Wir sind im Osten nicht mehr die Protestpartei, eher im Westen“, sagte er. „Es schockiert mich, dass auch Arme, Abgehängte und Arbeitnehmer die AfD wählen.“ So hatte die Alternative für Deutschland bei der jüngsten Landtagswahl in Sachsen-Anhalt die Linke als zweitstärkste Partei verdrängt.

Linke-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht, in diesem Amt Gysis direkte Nachfolgerin, konterte die Kritik indirekt. „Wir haben SPD und Grünen seit vielen Jahren eine Zusammenarbeit zur Wiederherstellung des Sozialstaates und eine friedliche Außenpolitik angeboten“, sagte sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Aber ein gemeinsamer Kanzlerkandidat mit Parteien, die bis heute für Sozialabbau, Armutsrenten, prekäre Jobs, TTIP und Waffenexporte in Kriegsgebiete stehen, würde die Linke tatsächlich saft- und kraftlos machen.“

dpa

Mehr zum Thema

Für die AfD steht fest: Der Islam gehört nicht zu Deutschland. Vom Zentralrat der Muslime hat es dafür Kritik gehagelt. Nun wollen sich die Spitzen der rechtspopulistischen Partei und des Verbandes zusammensetzen. Die Stimmung ist alles andere als entspannt.

23.05.2016

Wie will die SPD aus dem Umfragekeller kommen? Ein Schwerpunkt im aufziehenden Wahlkampf wird die soziale Gerechtigkeit sein. Die K-Frage wollen die Sozialdemokraten aber erstmal aussitzen.

24.05.2016

Für ihr vielbeachtetes Gespräch mit Mazyek vom Zentralrat der Muslime muss die AfD-Vorsitzende in ihrer Partei viel Kritik einstecken. Doch wer kann bei der AfD schon sagen, ob da nicht auch persönliche Rivalitäten eine Rolle spielen.

26.05.2016

Trotz der Drohungen aus China sprechen sich die sieben großen Industrienationen für eine gewaltfreie Beilegung der Territorialkonflikte im Süd- und Ostchinesischen Meer aus.

02.06.2016

Wegen der Ukraine-Krise hat die EU Wirtschaftssanktionen gegen Russland verhängt. Es mehreren sich die Stimmen, die eine Lockerung oder Aufhebung fordern. Deutschland macht einen solchen Schritt von Fortschritten bei den Friedensbemühungen abhängig.

02.06.2016

Zwei Tage und eine lange Liste: Es geht um Syrien und die Krim, um Terroristen und Hacker, Flüchtlinge und ihre Schlepper, die schwache Weltwirtschaft und den Klimawandel - ist das überhaupt zu schaffen?

02.06.2016
Anzeige