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FDP setzt für Wahljahr 2017 auf Christian Lindner

Über 90 Prozent Zustimmung FDP setzt für Wahljahr 2017 auf Christian Lindner

Christian Lindner ist in der FDP der Mann für alle Fälle. Bei den Wahlen im nächsten Jahr setzt seine Partei alles auf ihn. Im Wahlkampf will Lindner politisch Enttäuschte aus der bürgerlichen Mitte auffangen.

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Geballte Faust: FDP-Chef Christian Lindner wird das Zugpferd der Liberalen für die Wahlen im Jahr 2017.

Quelle: Roland Weihrauch

Neuss. „Er ist einfach der Beste.“ Das liberale Urgestein Burkhard Hirsch spricht seiner Partei am Samstag aus dem Herzen. „Es ist mir eine Ehre und ein Vergnügen, Christian Lindner als Spitzenkandidaten vorzuschlagen.“

Drei Topämter hatte Lindner schon vor dem Neusser Landesparteitag: Chef der Bundespartei, der NRW-FDP und der Düsseldorfer Landtagsfraktion. Am Wochenende kamen zwei weitere Führungspositionen hinzu: Als Nummer 1 will er die FDP erst in den Landtagswahlkampf und anschließend auch zurück in den Bundestag führen.

„NRW eine Wahl geben“, lautete das Parteitagsmotto der FDP. Doch beim Personalaufgebot für die Wahlen 2017 kann es für die Liberalen nur einen Anführer geben: Gegenkandidaten zum wortgewandten Lindner, der sich im Landtag als angriffsstärkster Oppositionspolitiker profiliert hat, gibt es nicht.

Er selbst versucht das in seiner Rede herunterzuspielen und hebt das „breit getragene Team“ hervor, erwähnt aber doch: „Hier werden Mannschaften für Bund und Land aufgestellt, die unser Bild nach außen prägen.“ 95 Prozent Zustimmung zu seiner Spitzenkandidatur für die Landtagswahl am 14. Mai untermauern eindrucksvoll, welches Gesicht die Partei nach vorne schieben will. Am Sonntag wird dies mit 91 Prozent für Platz 1 auf der Landesliste für die Bundestagswahl nochmals bestätigt.

Für den Tausendsassa der FDP ist klar, dass er gar nicht im Landtag bleiben, sondern in den Bundestag wechseln will, falls es ihm gelingt, seine Partei dorthin zurückzuführen. Das hat ihm bei der politischen Konkurrenz viel Häme eingebracht. Vor allem die Grünen werfen Lindner vor, ein Landtagsmandat bloß als Passierschein nach Berlin missbrauchen zu wollen. Der lässt den Vorwurf an sich abtropfen: „Wir wollen ein starkes Ergebnis in Nordrhein-Westfalen und damit zugleich auch ein deutliches Signal für einen politischen Wechsel in der ganzen Republik.“

In seiner gut einstündigen Rede präsentiert sich Lindner vor allem als Bundespolitiker. Seine Hauptbotschaften: Freiheit und liberale Werte sind kein Selbstläufer, sondern müssen angesichts extremistischer und populistischer Bedrohungen auch in Deutschland akut verteidigt werden. Zweite Botschaft: „Die breite Mitte muss wieder ins Zentrum der politischen Aufmerksamkeit.“ Für beides brauche es die FDP.

Landespolitisch setzt Lindner - wie auch die CDU - auf die Topthemen Schule und innere Sicherheit. Lindner will den Unzufriedenen eine politische Heimat bieten. Viele fragten sich: „Was machen die da in der Politik?“ Wenn Bürger etwa erlebten, dass die Polizei weder technisch noch personell in der Lage sei, Einbrecher zu schnappen, Diebesgut zu sichern oder auch nur den Schulweg ihrer Kinder zu sichern, vermittele der Staat ein Gefühl der Ohnmacht und biete Angriffsflächen für Populisten. Lindner warnt: „Diese Gefahr besteht durchaus auch bei uns.“

dpa

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