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Flüchtlinge weichen auf zentrale Mittelmeerroute aus

Berlin Flüchtlinge weichen auf zentrale Mittelmeerroute aus

Immer mehr Menschen wagen die lebensgefährliche Überfahrt von Lybien nach Italien, weil der Weg zwischen der Türkei und Griechenland versperrt ist. Der Chef der Grenzschutzagentur Frontex fordert mehr legale Einreisemöglichkeiten.

Berlin. Infolge des EU-Flüchtlingspaktes mit der Türkei wagen laut der EU-Grenzschutzagentur Frontex mehr Menschen denn je die lebensgefährliche Überfahrt über das zentrale Mittelmeer. „Mittlerweile kommen aus Libyen 13- bis 14-mal mehr Flüchtlinge nach Italien als Migranten aus der Türkei nach Griechenland“, sagte Frontex-Chef Fabrice Leggeri den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Die zentrale Mittelmeerroute ist so stark frequentiert wie noch nie.“ Die Zahl der illegalen Grenzübertritte zwischen Libyen und Italien übersteige in diesem Jahr die aller anderen illegalen Grenzübertritte in die EU.

„Wenn die Migrationsströme aus Westafrika in Richtung Libyen anhalten, dann müssen wir mit etwa 300 000 Menschen rechnen, die in diesem Jahr aus Westafrika in die nördlichen Maghreb-Staaten fliehen, um dann weiter nach Europa zu reisen“, warnte Leggeri. Unklar sei, wieviele von ihnen dieses Jahr noch die Überfahrt per Boot wagen. Zudem entwickele sich Ägypten zum immer wichtigeren Startpunkt für Schlepperboote nach Europa. Die Odyssee von dort übers Meer sei besonders gefährlich und dauere oft länger als zehn Tage.

Leggeri lobte das Ansinnen der EU-Kommission, Flüchtlingen aus Krisenregionen mehr Möglichkeiten zur legalen Einreise in die EU zu geben. Diese Forderung sei richtig, „nicht nur zum Schutz der Migranten, sondern auch, um die Einreise von Terroristen und Kriminellen“ zu verhindern. Denkbar seien etwa „humanitäre Sonderflüge aus den Flüchtlingscamps im Libanon, Türkei oder Jordanien“ in Richtung EU.

dpa

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