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Frankreich räumt Flüchtlings-Zeltlager in Paris

600 Polizisten im Einsatz Frankreich räumt Flüchtlings-Zeltlager in Paris

Wochenlang lebten mehrere Tausend Flüchtlinge in Paris auf der Straße, nun greifen die Behörden ein. Doch schon bald dürften neue Migranten ankommen - die Stadt will die Entstehung weiterer Elendslager verhindern.

Paris. Die französischen Behörden haben ein Flüchtlings-Zeltlager in Paris geräumt und mehr als 3800 Migranten von der Straße geholt. Sie wurden mit Bussen in Unterkünfte gefahren, wie eine Sprecherin der Regionalpräfektur mitteilte.

600 Polizisten waren im Einsatz. Erst vergangene Woche hatten die französischen Behörden das berüchtigte Flüchtlingslager von Calais am Ärmelkanal geräumt.

Die Migranten hatten rund um die Metrostation Stalingrad im Nordosten von Paris in Zelten unter freiem Himmel gelebt, die Bedingungen wurden immer wieder von Hilfsorganisationen angeprangert. Seit mehr als einem Jahr bilden sich in Paris immer wieder solche Lagerplätze, weil offizielle Unterkünfte voll sind. Dies sei das größte Camp, das Paris je gehabt habe, sagte Bürgermeisterin Anne Hidalgo.

Die Aktion verlief ruhig, lediglich am Abfahrtsort der Busse kam es zu kleineren Drängeleien unter den wartenden Migranten. „Wie jedes Mal wollen die Migranten als erste und so schnell wie möglich diesen Ort der Unwürdigkeit verlassen“, sagte der Vorsitzende der Hilfsorganisation France Terre d'Asile, Pierre Henry, dem Sender Franceinfo. Arbeiter in Schutzkleidung räumten die zurückgelassene Zelte und Matratzen mit schwerem Gerät in Container.

Die Situation in Paris war wieder verstärkt in den Fokus gerückt, nachdem die Behörden das Elendslager in Calais abgerissen und Tausende Migranten in Unterkünfte in anderen Regionen gebracht hatten. Eine Polizeisprecherin begründete die Räumung vor allem mit humanitären Gründen, aber auch mit dem Ziel, Sauberkeit und Ordnung in dem betroffenen Viertel wiederherzustellen. Die Menschen wurden in zahlreichen Zentren in der Region untergebracht - zum Teil auch vorübergehend in Sporthallen, bevor andere Unterkünfte zur Verfügung stehen.

Die Stadt Paris plant anschließend die Öffnung eines humanitären Aufnahmezentrums, um die Entstehung neuer wilder Lager zu verhindern. Dort sollen bis zu 400 Neuankömmlinge für einige Tage unterkommen, bevor der Staat ihnen Plätze in anderen Unterkünften zuweisen kann.

Bislang lagerten meist kurz nach der Auflösung eines Lagerplatzes wieder Menschen auf der Straße. Seit Juni 2015 waren nach 29 Räumungen mehr als 19 000 Migranten untergebracht worden. Nach früheren Angaben der Stadt Paris kommen täglich zwischen 50 und 70 Migranten in Paris an.

dpa

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Arbeiter haben die Behelfsunterkünfte im geräumten Flüchtlingslager von Calais vollständig abgerissen. Die Arbeiten seien am Abend abgeschlossen worden, teilte die örtliche Präfektur mit.

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