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Politik Frauke Petry: „Wagenknecht könnte der AfD im Osten gefährlich werden“
Nachrichten Politik Frauke Petry: „Wagenknecht könnte der AfD im Osten gefährlich werden“
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13:24 18.09.2018
„Das alte Links-rechts-Schema ist in Unordnung geraten.“: Frauke Petry, Vorsitzende der Blauen Partei. Quelle: Sebastian Kahnert/dpa

Frau Petry, vor fast einem Jahr holten Sie ein Direktmandat bei der Bundestagswahl. Am Morgen danach verließen Sie die Partei. Wie geht es Ihnen heute damit?

Mir war von Anfang an klar, dass wir Zeit brauchen, um die Blaue Partei und die Blaue Bewegung aufzubauen. Auch deshalb konnte ich mit dem Ausstieg aus der AfD nicht länger warten. In Thüringen und Sachsen wachsen wir erwartungsgemäß stark, auch wenn zu Beginn nicht alles wie erhofft ablief. Viel Zeit investieren wir heute in Netzwerke, die uns zu AfD-Zeiten verschlossen waren. Dass wir in Medien sparsam vorkommen, wenn über Bundestagsdebatten berichtet wird, schmerzt schon. Allerdings halten wir die Reden auch nicht für den Plenarsaal, sondern für die Bürger. Über mehr Öffentlichkeit freuen wir uns also in jedem Fall.

Alexander Gauland und Alice Weidel haben die prominentesten Redezeiten im Bundestag und die schönsten Büros. Kein Neid?

Ganz und gar nicht. Eher Bedauern darüber, was aus der AfD geworden ist. Mein Büro schaut in einen ruhigen Innenhof, gegenüber sind die Büros von Sahra Wagenknecht. Ich kann überall arbeiten, ich brauche nur einen Laptop, ein Telefon und eine Tischecke. Vor einem Jahr haben viele geschrieben, mein Austritt wäre ein Egotrip. Ich finde: Auszusteigen und ganz von vorn anzufangen, ist das glatte Gegenteil davon.

Apropos Wagenknecht: Sehen Sie Parallelen zwischen sich?

Zwischen Sahra Wagenknecht und mir?

Ja.

Die Parallelen sind offensichtlich. So wie ich bis 2017 auf dem Kölner Parteitag versucht habe, die AfD auf einen konstruktiven Kurs zu führen und für meinen realpolitischen Kurs geworben habe, hat Sahra Wagenknecht ihre Position zur kontrollierten Migration gegen die Mehrheit der Linken verteidigt. Sie wird mit ihrer Sammlungsbewegung den Kurs der Linken nicht ändern können. Wenn es ihr aber ernst mit einem alternativen linken Angebot an die Wähler ist, muss sie zügig eine neue Partei gründen. Bis zur Europawahl und zu den Landtagswahlen im Osten vergeht die Zeit schnell. Möglicherweise fehlt ihr dazu jedoch der Mut oder die organisatorische Erfahrung. Wir zeigen gerade, wie es funktionieren kann.

Warum wollen Sie ihr helfen?

Das alte Links-rechts-Schema in der Politik ist in Unordnung geraten. Wirtschaftlich liberal, bürgerlich konservativ auf der rechten Seite und links eher staatsgelenkt und gesellschaftlich progressiv. Petry und Wagenknecht könnten das von verschiedenen Seiten wieder zurechtrücken. Dann hätten wir wieder klare Verhältnisse. Und Sahra Wagenknecht könnte der AfD im Osten wirklich gefährlich werden.

In den Umfragen zur sächsischen Landtagswahl liegt die Blaue Partei bei 0,4 Prozent. Können Sie wirklich noch eine ernsthafte politische Kraft werden?

Meine persönlichen Bekanntheitswerte sind nach wie vor hoch, 14% der Sachsen sind mit meiner Arbeit zufrieden. Die Wahrnehmung der blauen Partei wird in den kommenden Monaten vor den Wahlen noch wachsen. Wir haben von vornherein damit gerechnet, dass wir in den Umfragen erst im Wahlkampf auftauchen.

Von Jan Sternberg/RND

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