Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Politik G7-Länder warnen vor Bedrohungen durch Cyber-Angriffe
Nachrichten Politik G7-Länder warnen vor Bedrohungen durch Cyber-Angriffe
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:00 13.05.2017
Die G7-Finanzminister und -Notenbankchefs posieren für ein Gruppenbild. Quelle: Andrew Medichini
Anzeige
Bari

Nach dem jüngsten weltweiten Hackerangriff warnen die führenden westlichen Industrieländer (G7) eindringlich vor steigenden Gefahren durch Cyber-Kriminalität.

Die G7-Finanzminister und Notenbankchefs forderten in Bari ein gemeinsames und abgestimmtes Vorgehen der Staatengemeinschaft und der privaten Wirtschaft gegen Angriffe auf IT-Systeme. „Wir erkennen an, dass Cyber-Vorfälle eine wachsende Bedrohung für unsere Volkswirtschaften darstellen und dass angemessene (...) Reaktionen erforderlich sind“, hieß es in der Abschlusserklärung nach zweitägigen Beratungen in der italienischen Hafenstadt.  

Maximale Ergebnisse im Kampf gegen Cyber-Attacken könnten nur erreicht werden, wenn die Bedrohungen im weltweiten Datenraum insgesamt angegangen werden, hieß es weiter. Es gehe um einen umfassenden und neutralen Datenaustausch. Die G7 riefen internationale Organisationen und Regierungen auf, mit der Privatwirtschaft Gegenmaßnahmen auszuloten. Dazu seien auch länder- und sektorübergreifende Abstimmungen erforderlich. Die G7-Erklärung war bereits vor dem Angriff am Freitag ausgehandelt, von den Ministern aber erst samstags abgesegnet worden. 

Nach Angaben von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) geht es bei der Cyber-Sicherheit um ein Gesamtpaket über den Finanzsektor hinaus. Dies werde Thema beim G7-Gipfel der Staats- und Regierungschefs Ende Mai auf Sizilien sein. Der massive Angriff am Freitag habe in den G7-Beratungen natürlich eine Rolle gespielt. Das Mandat der entsprechenden G7-Expertengruppe sei aktualisiert worden. Bis zum Herbst solle ein Bericht vorliegen. Es geht laut Schäuble auch um Versicherungsschutz gegen Cyber-Angriffe: „Es wird ein zunehmendes Bedürfnis, das wächst.“  

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann sagte, es gehe letztlich um zwei Facetten. Nötig seien eine möglichst umfassende Sammlung der Angriffe auf die Netze und ein Austausch. Eine Datengrundlage müsse aufgebaut werden. Eine weitere Frage sei, wie Finanzaufseher damit umgingen.

Von dem Cyberangriff auf IT- und Kommunikationssysteme am Freitag waren den Angaben zufolge fast 100 Länder betroffen. Ein sogenannter Trojaner soll rund um den Globus Unternehmen, Krankenhäuser und Institutionen infiziert haben. Angegriffen wurden auch Telekommunikations- und Bahnunternehmen. 

dpa

Mehr zum Thema

Das Bundesinnenministerium hält den weltweiten Cyber-Angriff für besonders schwerwiegend. Das BKA wird eingeschaltet.

13.05.2017

Bei den Attacken mit Erpressungstrojanern am Freitag wurde - wie oft in solchen Fällen - Lösegeld in der Digitalwährung Bitcoin gefordert. Das Online-Geld ist seit 2009 im Umlauf.

13.05.2017

Erpressungstrojaner haben zwar auch schon Kliniken und Verwaltungen in Deutschland lahmgelegt - aber bisher waren sie eher ein Problem des kleinen Verbrauchers. Die globale Attacke von Freitag ist nun ein Weckruf, das Milliarden-Geschäft der Online-Kriminellen zu bekämpfen.

13.05.2017

Deutschland und Frankreich wollen wieder enger zusammenrücken. Das wird die Botschaft, wenn der neue Präsident am Montag die Kanzlerin trifft. Soll der Élysée-Vertrag erneuert werden? Und was ist mit den umstrittenen Eurobonds?

13.05.2017

In Nordrhein-Westfalen geht der Landtagswahlkampf zu Ende. Kanzlerin Merkel wirbt in Aachen noch einmal für CDU-Spitzenkandidat Armin Laschet. Ministerpräsidentin Kraft kommt in Düsseldorf zu einem Familienfest der SPD.

13.05.2017

Der SPD droht am Sonntag die nächste Wahlniederlage. Hannelore Kraft, Deutschlands mächtigste Ministerpräsidentin, könnte laut Umfragen von der CDU überflügelt werden. Wie konnte es geschehen, dass die Sozialdemokratie in ihrem sicher geglaubten Stammland nach und nach völlig in die Defensive geriet?

13.05.2017
Anzeige