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Gabriel entschuldigt sich bei Schulz

«Mann mit Haaren im Gesicht» Gabriel entschuldigt sich bei Schulz

„Ist doch besser als mit dem Mann mit den Haaren im Gesicht“: Sigmar Gabriel, noch Außenminister, zitierte seine Tochter, die sich auf mehr Zeit mit ihm freue. Nun hat er sich bei Martin Schulz dafür entschuldigt.

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Außenminister Sigmar Gabriel im Airbus A319 der Luftwaffe. Gabriel hatte seinen Parteifreund Martin Schulz als „Mann mit den Haaren im Gesicht“ bezeichnet.

Quelle: Silas Stein

Berlin. Der geschäftsführende Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) hat sich beim zurückgetretenen SPD-Chef Martin Schulz für seine jüngste Attacke entschuldigt. Gabriel sagte der „Zeit“, er habe zunächst per SMS um Verzeihung gebeten für seine Bemerkung zum „Mann mit den Haaren im Gesicht“.

Schulz habe darauf nicht geantwortet. Am Dienstagnachmittag hätten sich die beiden dann im Willy-Brandt-Haus in Berlin gesehen. „Ich habe mich inzwischen persönlich bei ihm entschuldigt“, sagte Gabriel der Zeitung. „Wir verstehen beide, wo unsere gegenseitigen Verletzungen liegen und dass alles menschlich ist. Wir sind schließlich keine Polit-Maschinen.“

Die SPD kommentierte den Bericht auf dpa-Anfrage nicht. Es blieb damit offen, ob Schulz die Entschuldigung des Genossen angenommen hat. Ob die schweren Verwerfungen zwischen den beiden so einfach auszuräumen sind, ist fraglich.

Schulz hatte nach den Koalitionsverhandlungen angekündigt, er wolle in einer großen Koalition als Außenminister ins Kabinett eintreten - und damit Gabriel aus dieser Position verdrängen. Als Reaktion darauf sagte Gabriel in einem Interview, seine Tochter Marie habe ihn mit den Worten getröstet: „Papa, jetzt hast du doch mehr Zeit mit uns. Das ist doch besser als mit dem Mann mit den Haaren im Gesicht.“ Kritiker in der SPD warfen Gabriel vor, damit in geschmackloser Weise die eigene Tochter vorgeschoben zu haben.

Schulz hatte später unter Druck seinen Verzicht auf das Außenamt erklärt. Am Dienstag trat er auch vom SPD-Vorsitz zurück. Dass Gabriel nun Außenminister bleiben könnte, gilt wegen parteiinternen Widerstandes jedoch als unwahrscheinlich. Gabriel sagte der „Zeit“, er wolle nicht um jeden Preis Außenminister bleiben. „Enttäuschend fand ich doch nur, dass niemand mit mir geredet hat und ich es stattdessen aus den Medien erfahren habe“, sagte er. „Ansonsten kann ich nur nochmal sagen: Jeder Parteivorstand hat das Recht, Ministerposten neu zu besetzen. Da gibt es nichts zu kritisieren und schon gar nicht zu grollen oder zu jammern, sondern zum Abschied leise Servus zu sagen.“

dpa

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