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Gauck feiert Amtsjubiläum in Äthiopien

Addis Abeba Gauck feiert Amtsjubiläum in Äthiopien

Bundespräsident Joachim Gauck feiert sein erstes Amtsjubiläum weit weg von Berlin und mit einer besonderen Ehrung: Am Montag besuchte der 73-Jährige in Addis Abeba das Grab des äthiopischen Kirchenführers Gudina Tumsa und legte dort ein Blumengebinde nieder.

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Der Ministerpräsident der Demokratischen Republik Äthiopien, Hailemariam Desalegn, empfängt Bundespräsident Joachim Gauck in Adis Abeba. Foto: Wolfgang Kumm

Addis Abeba. Tumsa war der langjährige Generalsekretär der evangelischen Kirche Mekane Yesus in Äthiopien und stand der brutalen Militärdiktatur der Derg in den 1970er Jahren kritisch gegenüber. Im Jahr 1979 wurde er nach einem Abendgottesdienst von Derg-Soldaten entführt und ermordet.

„Wir ehren einen Märtyrer“, sagte Gauck bei der kurzen Zeremonie. Tumsa habe im Geiste von Dietrich Bonhoeffer und Martin Luther King für die Menschenrechte gekämpft. Seine Witwe, die selbst jahrelang in Haft saß, kam zusammen mit einer der Töchter ebenfalls zu der Ehrung. Den vier Kindern war es damals zum Teil mit Hilfe der Kirche in Deutschland gelungen, Äthiopien zu verlassen.

Die sterblichen Überreste Tumsas wurden erst nach dem Sturz der Derg Anfang der 1990er Jahre gefunden und exhumiert. An seinem Begräbnis nahmen unter anderem Kirchenführer aus Deutschland, Vertreter des Ökumenischen Rates und der südafrikanische Bischof Desmond Tutu teil.

Gauck war am 18. März 2012 - also genau vor einem Jahr - von der Bundesversammlung zum Staatsoberhaupt gewählt worden. Am Morgen war er zunächst von seinem äthiopischen Amtskollegen Girma Woldegiorgis empfangen worden. Das Treffen fand im Nationalpalast statt, in dem Kaiser Haile Selassie bis zur Machtübernahme der Derg residierte. Woldegiorgis ist seit Ende 2001 im Amt und ist der zweite Präsident des ostafrikanischen Landes seit der Gründung der Demokratischen Republik Äthiopien im Jahr 1995. Bereits am Sonntag war Gauck mit Ministerpräsident Hailemariam Desalegn zusammengetroffen.

Am Nachmittag wollte Gauck die Afrikanische Union (AU) besuchen. Das neue Gebäude, das rund 200 Millionen Dollar (153 Millionen Euro)gekostet hat und komplett von China finanziert wurde, war erst vor rund einem Jahr eingeweiht worden. Der Turm des Komplexes ist der derzeit höchste Bau in Addis Abeba. Zunächst war ein Gespräch mit der neuen Kommissionsvorsitzenden Nkosazana Dlamini-Zuma geplant. Anschließend wollte Gauck dort eine Rede halten. Der Termin gilt als einer der Höhepunkte seiner viertägigen Reise.

dpa

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