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Politik Gauck wird bei Besuch in Sachsen beschimpft
Nachrichten Politik Gauck wird bei Besuch in Sachsen beschimpft
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15:58 11.03.2016
Bundespräsident Joachim Gauck (r.) unterhält sich am Freitag nach dem Verlassen des Sorbischen National-Ensemble in Bautzen (Sachsen) mit einem Polizisten. Quelle: Arno Burgi / Dpa
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Bautzen

Am Rande eines Besuchs im ostsächsischen Bautzen ist Bundespräsident Joachim Gauck beschimpft worden. Auf einem kurzen Fußweg durch die Altstadt wurde er am Freitag von rund einem Dutzend augenscheinlich rechter Demonstranten mit „Gauck soll raus“- und „Gauck verschwinde“-Rufen empfangen. Auch Trillerpfeifen waren zu hören. Ein Demonstrant zeigte dem Bundespräsidenten den Mittelfinger. Die Polizei drängte die Störer beiseite.

Bundespräsident mahnt ernsthafte Auseinandersetzung an

Zuvor hatte Gauck mit Bürgern der Stadt über Demokratie und die Herausforderungen der Flüchtlingskrise diskutiert. Angesichts zunehmender Unzufriedenheit mit der Flüchtlingspolitik der Regierung hat der Bundespräsident eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema angemahnt.

Dabei reiche es nicht, hinterm Computer etwas „zusammenzuposten“, sagte er am Freitag bei einer Diskussionsrunde mit Bürgern im ostsächsischen Bautzen. Demokratie erfordere Kompromissbereitschaft und Geduld. Hass und Hetze gehörten nicht dazu. „Und wir wollen auch nicht akzeptieren, dass Brandsätze fliegen.“

Gauck trifft Bürgermeister und Ministerpräsident

Zum Auftakt seines Besuchs war Gauck im Rathaus von Bautzen mit Bürgermeistern aus der Region zusammengekommen. Bei dem Gespräch, an dem auch Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) teilnahm, ging es um die Auswirkungen des Flüchtlingszuzugs in den Kommunen.

Vor knapp drei Wochen war in Bautzen ein Feuer in einer noch nicht bezogenen Flüchtlingsunterkunft gelegt worden. Anschließend hatten Fremdenfeinde ihre Freude über den Brand zum Ausdruck gebracht. Einzelne versuchten, die Feuerwehr am Löschen zu hindern. Wer den Brand gelegt hat, ist bisher nicht bekannt.

Von dpa

In Bautzen brennt ein geplantes Flüchtlingsheim. Davor Fremdenfeinde, die sich offen darüber freuen. Für Bundespräsident Gauck ein Anlass, in der sächsischen Stadt über Demokratie zu reden. Am Rande kommt es wieder zu unschönen Szenen.

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