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Politik Gegensätzliche Reaktionen auf Tod von Castro
Nachrichten Politik Gegensätzliche Reaktionen auf Tod von Castro
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12:03 27.11.2016
Vor der Universität von Havanna haben sich junge Studenten versammelt. Die Reaktionen auf den Tod Castros sind jedoch höchst unterschiedlich. Quelle: Alejandro Ernesto
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Havanna

Ausgelassene Freude und tiefe Trauer: Die Nachricht vom Tod des früheren kubanischen Präsident Fidel Castro hat ganz unterschiedliche Reaktionen ausgelöst. In Kubas Hauptstadt Havanna brachen ältere Menschen auf der Straße in Tränen aus-

In Miami feierten Exil-Kubaner den Tod des verhassten Revolutionsführers mit Champagner und Hupkonzerten.

„Fidel Castro war ein aufrechter und zuverlässiger Freund Russlands“, sagte Kremlchef Wladimir Putin. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon lobte Castros Verdienst um Fortschritte in den Bereichen Bildung, Alphabetisierung und Gesundheit. Auch Papst Franziskus kondolierte. US-Präsident Barack Obama versicherte den Kubanern, „dass sie in den Vereinigten Staaten einen Freund und Partner haben“.

Sein Nachfolger Donald Trump hingegen nannte Castro einen „brutalen Diktator“. Er hoffe, „dass das wunderbare kubanische Volk endlich in der Freiheit leben kann, die es so sehr verdient“, schrieb er in einer Mitteilung. Der Sprecher der Oppositionsgruppe „Plattform Kuba Demokratie Sofort“, Rigoberto Carceller, sagte in Spanien: „Man kann wegen des Todes eines Diktators nicht traurig sein, das ist ein großer Moment für Kuba.“

Der Revolutionsführer, der die sozialistische Karibikinsel 47 Jahre regierte, war am Freitagabend im Alter von 90 Jahren gestorben. Castro trotzte während seiner Regierungszeit zehn US-Präsidenten. Wegen einer schweren Krankheit zog er sich 2006 aus der aktiven Politik zurück.

International wurde Fidel Castro als „Figur von historischer Bedeutung“ und Symbol einer ganzen Ära gewürdigt. Die Präsidenten Kubas linker Verbündeter wie Venezuela, Ecuador, El Salvador und Nicaragua beklagten den Tod des Revolutionsführers.

Allerdings war Castro auch ein Diktator, der Oppositionelle unterdrücken und hinrichten ließ. Meinungsfreiheit und Pluralismus gibt es auf der sozialistischen Karibikinsel bis heute nicht.

In Kuba liefen unterdessen die Vorbereitungen für die Bestattung Castros an. Die Leiche des „Máximo Líder“ soll auf Wunsch von Fidel Castro verbrannt werden. Der kubanische Staatsrat ordnete eine neuntägige Staatstrauer an.

Die sterblichen Überreste Castros sollen zunächst am Montag und Dienstag zum monumentalen Denkmal für den Nationalhelden José Martí in Havanna gebracht werden. Dort können die Kubaner von ihm Abschied nehmen. In Havanna soll am Dienstag dazu auch eine Massenkundgebung auf dem Revolutionsplatz stattfinden.

Anschließend wird die Urne mit der Asche in einem viertägigen Trauerzug über verschiedene Städte und Ortschaften zur 900 Kilometer von Havanna entfernten Stadt Santiago de Cuba gebracht. Am Sonntag, dem neunten Tag der Staatstrauer, soll Castro dort auf dem Friedhof Santa Ifigenia beigesetzt werden.

Mit einer zunächst kleinen Rebellenarmee forderte Castro Mitte der 1950er Jahre den mächtigen Diktator Fulgencio Batista heraus. Nach dem Sieg der Revolution trieb er zahlreiche Reformen voran. Bildungs- und Gesundheitswesen in Kuba galten im Vergleich mit anderen Ländern Lateinamerikas lange als beispielhaft.

Mit einer Landreform und der Verstaatlichung von Unternehmen machte sich Castro allerdings die USA zum Feind, die die Insel mit einem Handelsembargo belegten. Hilfe fand Kuba bei der Sowjetunion. Der Zusammenbruch des Ostblocks stürzte Kuba nach 1990 in eine schwere Wirtschaftskrise.

Der von seinem Bruder Raúl Castro eingeleiteten Annäherung an die USA stand Fidel skeptisch gegenüber, ließ seinen Nachfolger aber gewähren. Nun muss sich zeigen, was der Tod des Hardliners für den Reformprozess in Kuba bedeutet.

dpa

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