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Politik Generalbundesanwalt ermittelt offenbar gegen Neonazi-Kameradschaft „Aryans“
Nachrichten Politik Generalbundesanwalt ermittelt offenbar gegen Neonazi-Kameradschaft „Aryans“
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15:02 18.01.2019
Das Schild am Eingang der Bundesanwaltschaft (Symbolfoto). Quelle: Uwe Anspach/dpa
Karlsruhe

Der Generalbundesanwalt ermittelt gegen mehrere Mitglieder der Neonazi-Kameradschaft „Aryans“ (Arier) wegen Verdachts auf Bildung einer terroristischen Vereinigung. Die Ermittlungen richten sich gegen fünf Beschuldigte und wurden im März 2018 eingeleitet, wie NDR, WDR und „Süddeutsche Zeitung“ berichteten.

Im September gab es demnach Durchsuchungen in Aschaffenburg, Darmstadt und anderen Orten in Hessen. Festgenommen wurde aber niemand. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe äußerte sich dazu am Freitag nicht.

Der Verfassungsschutz beschreibt die „Aryans“ als „überregional agierende, dem gewaltorientierten Neonazi-Spektrum zuzurechnende Gruppierung“. Die Mitglieder treten oft in schwarzen Pullis mit dem Schriftzug „Aryans“ auf, auf dem Rücken steht „Support your Race“.

Die Kameradschaft taucht auch im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen mehrere hessische Polizisten wegen rechtsextremistisch motivierter Straftaten auf: Ein inzwischen nach Niedersachsen versetzter Polizist soll Informationen aus einer Polizeidatenbank an eine Frau weitergegeben haben, die Mitglied der „Aryans“ ist.

Auswertungen im Fall „Revolution Chemnitz“ laufen noch

Generalbundesanwalt Peter Frank hatte 2018 insgesamt sechs Ermittlungsverfahren im Bereich Rechtsterrorismus eingeleitet, vier davon wegen Bildung einer Terrorvereinigung. Neben den „Aryans“ waren die „Nordadler“, die „Oldschool Society“ und „Revolution Chemnitz“ betroffen, wie aus einer Antwort des Bundesjustizministeriums auf eine Frage der Linke-Abgeordneten Martina Renner hervorgeht. „Wir brauchen unabhängige Untersuchungskommissionen zu rechten Netzwerken in den Sicherheitsbehörden in Bund und Ländern“, forderte sie.

Im Fall der acht in Untersuchungshaft sitzenden Mitglieder von „Revolution Chemnitz“ laufen die Auswertungen noch. Sie scheinen „tatsächlich Führungspersonen aus der rechtsextremen Szene in Sachsen mit überregionalen Verbindungen zu sein, hinter denen wiederum rechtsextreme Gruppen und Hooligans stehen“, sagte Frank am Donnerstagabend beim Jahrespressegespräch seiner Behörde.

Von RND/dpa