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Politik Es ist zu spät – auch für Chico
Nachrichten Politik Es ist zu spät – auch für Chico
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09:15 10.04.2018
Staffordshire-Mischling Chico im Tierheim Hannover Quelle: dpa
Hannover

Zwei Menschen hat der Hund Chico in Hannover totgebissen. Zwei Dinge müssen nun passieren: Chico muss eingeschläfert werden. Und wir müssen darüber sprechen, wie wir Menschen in Angst besser helfen können – damit sie nicht auf ein gefährliches Tier als Beschützer setzen müssen.

Kein Zweifel, Chico ist nicht artgerecht gehalten worden. Enger Käfig, wenig Auslauf – das ist kein gutes Hundeleben. Die Familie konnte ihn nicht erziehen. Chico ist juristisch nicht für seine Tat verantwortlich. Seine Halter sind verantwortlich. Doch diese Halter sind tot. Chico hat sie totgebissen. Das Tier hat Kraft und ist aggressiv. Den Hund am Leben zu lassen ist ein Risiko, das eine Gesellschaft nicht tragen kann. Und nun? Ihn wegsperren? Auch nicht artgerecht.

Die harte Wahrheit: Es ist zu spät – auch für Chico. Der Hund bekommt die Liebe der Massen, in Demonstrationen, Online-Petitionen. Aber die Aggression eines Tieres können wir nicht weglieben.

Natürlich hätte Chico Besseres verdient. Wer aus seiner Heimat fliehen muss, ob vor Giftgas wie in Syrien oder vor Verfolgung wie im Kosovo von 1990, verdient auch Besseres. Kinder in Armut verdienen Besseres. Frauen gewalttätiger Männer verdienen Besseres. Chicos Halter, Kosovo-Flüchtlinge, hätten Besseres verdient. Der Sohn, krebskrank, konnte nie richtig wachsen. Die Mutter war gelähmt, weil ihr Mann mit einem Beil auf sie eingeschlagen hat. Lezime und Liridon K. hofften, dass Chico sie vor diesem Mann schützt.

Aber vor Menschen wie ihnen verschließen wir unsere Herzen. Wir sorgen uns mehr um das Leben eines Hundes.

Isabell Prophet ist freie Autorin in Berlin.

Von Isabell Prophet

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