Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Politik Hintergrund: Wie es mit dem EU-Ukraine-Abkommen weitergeht
Nachrichten Politik Hintergrund: Wie es mit dem EU-Ukraine-Abkommen weitergeht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:33 07.04.2016
Anzeige
Brüssel

Der Assoziierungsvertrag der EU mit der Ukraine betrifft verschiedene Bereiche vom Handel bis zur Sicherheitspolitik. Auf die bereits geltenden Vereinbarungen wie das Freihandelsabkommen hat das niederländische Referendum vorerst keine Auswirkungen.

Theoretisch könnte die Regierung in Den Haag das Ergebnis der Volksbefragung sogar ignorieren, da es sich nur um ein sogenanntes konsultatives Referendum ohne bindende Wirkung handelte.

Als wahrscheinlich gilt allerdings, dass sie versuchen wird, vor der Ratifizierung Zusatzerklärungen zum Abkommen auszuhandeln. In ihnen könnte zum Beispiel festgelegt werden, dass die Ukraine für eine bestimmte Zeit kein EU-Beitrittskandidat werden kann.

EU-Kommissar Günther Oettinger schlug im Sender SWRinfo vor, in die Präambel einen Passus einzufügen, dass mit dem Vertrag keine spätere EU-Mitgliedschaft verbunden sei. „Es ist jetzt an der niederländischen Regierung, das Ergebnis zu analysieren und zu entscheiden, wie es weitergeht“, sagte ein Kommmissionssprecher.

Ob beziehungsweise wann das EU-Ukraine-Abkommen vollständig in Kraft treten kann, ist derzeit unklar. Betroffen ist zum Beispiel die Zusammenarbeit mit der Ukraine in Bereichen wie Außen- und Sicherheitspolitik, Justiz oder Terrorbekämpfung. Sie ist in Teilen des Abkommens geregelt, die noch nicht vorläufig in Kraft getreten sind.

dpa

Mehr zum Thema

Die Volksabstimmung in den Niederlanden über das EU-Abkommen mit der Ukraine ist gültig. Nach Auszählung von rund 80 Prozent aller Stimmen lag die Wahlbeteiligung bei rund 32 Prozent.

06.04.2016

Das Assoziierungsabkommen soll die Ukraine stärker an die EU binden. Die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen sollen gestärkt und die ehemalige Sowjetrepublik ...

07.04.2016

Die Niederländer sagen Nee gegen das Ukraine-Abkommen. Doch es ist auch ein Signal gegen Europa. Das Referendum war ein Ventil für die Wut vieler Bürger.

07.04.2016

Das „Nee“ der Niederländer zum Ukraine-Abkommen lässt die EU-Alarmglocken läuten: Weitere Referenden könnten folgen - zum Freihandelsvertrag mit den USA, zu offenen Grenzen und selbst zur Zukunft des Euro.

08.04.2016

Das „Nee“ lässt die Alarmglocken in Brüssel läuten: Weitere Referenden könnten folgen - zum Freihandelsvertrag mit den USA, zu offenen Grenzen und selbst zur Zukunft des Euro.

14.04.2016

Jeder Verbraucher zahlt Umsatzsteuer, ob im Supermarkt oder im Lokal. Brüssel will nun den Staaten mehr Freiheit lassen, diese Abgaben zu senken. Kritiker im EU-Parlament sprechen von „Extrawürsten“.

08.04.2016
Anzeige