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Hisbollah-Kämpfer rüsten für den Krieg in Syrien

Damaskus Hisbollah-Kämpfer rüsten für den Krieg in Syrien

UN in Sorge. Gerät Libanon in den Konflikt hinein? Auch deutsche Salafisten reisen an.

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UN-Generalsekretär Ban Ki Moon.

Damaskus. Mehr und mehr droht der innersyrische Machtkampf zwischen Aufständischen und dem Regime von Machthaber Baschar al-Assad die Grenzen des seit zwei Jahren von einem Bürgerkrieg gezeichneten Landes zu überschreiten. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich jetzt „zutiefst beunruhigt“ über den Einsatz von Kämpfern der libanesischen Hisbollah-Miliz. Alle Nachbarstaaten und ausländischen Gruppen sollten „die Unterstützung der Gewalt in Syrien einstellen“, forderte der UN-Politiker in einem Appell.

Es dürfte ein frommer Wunsch bleiben. Denn alle möglichen Beteiligten mischen in Syrien mit. Sogar eine Gruppe aus Deutschland stammender Salafisten ist laut Berliner „Tagesspiegel“ inzwischen in Syrien im Einsatz. Das Blatt beruft sich auf das Bundesamt für Verfassungschutz, demzufolge es Erkenntnisse zu mehr als 50 Islamisten aus der Bundesrepublik gebe, „die in Richtung Syrien ausgereist sind, um dort an Kampfhandlungen teilzunehmen oder den Widerstand gegen das Assad-Regime in sonstiger Weise zu unterstützen“.

Aber auch das Nachbarland Libanon, einst von Assads Armee kontrolliert, ist inzwischen auf der Seite des einstigen Besatzers in Syrien involviert. Ganz im Sinne des Iran, dessen letzter Verbündeter in Nahost Assad ist, kämpfen Milizen der schiitischen Hisbollah gegen die unter anderem von Scheich Hamad von Katar unterstützten Rebellen, die sich unter dem Banner der „Freien Syrischen Armee“

(FSA) versammelt haben. Die Sunniten vom Golf und auch aus Saudi-Arabien sind an einer Schwächung der ambitionierten schiitischen Regionalmacht Iran interessiert — Saudi- Arabien ist selbst an einer Vormachtstellung gelegen. Hinzu kommen latente Spannungen wegen ergiebiger Erdgasfelder im Persischen Golf, die Katar und Iran beanspruchen. Ein Sturz des alawitischen und säkular orientierten Assad-Clans würde den strengen sunnitischen Scheichs gefallen.

Auch Israel ist verwickelt und hat Nachschubkonvois für die Hisbollah attackiert — obwohl Israel eigentlich lieber an Assad festhalten als teilweise von El Kaida dominierten Umstürzlern in Syrien das Feld zu überlassen. Gestern leitete Israels Zivilschutz Übungen für den Fall von Raketenangriffen aus Syrien oder dem Libanon ein.

Die EU konnte gestern Abend in Brüssel ihren Streit über eventuelle Waffenlieferungen an die FSA nicht beilegen. Das sagte Österreichs Außenminister Michael Spindelegger vor Journalisten. „Wir haben keinen gemeinsamen Standpunkt gefunden. Und deshalb werden die Sanktionen der EU zum 1. Juni auslaufen“, sagte der Minister. Bei den EU-Sanktionen geht es nicht nur um das Waffenembargo, sondern auch um Einreiseverbote, Verbote von Bankgeschäften und ein Einfuhrverbot für syrisches Öl. Die Verlängerung oder Abänderung des Embargos wäre nur einstimmig möglich gewesen.

Schiiten, Sunniten, Alawiten und ihre bewaffneten Gruppen im Libanon
Die Miliz der pro-iranischen Schiitenbewegung Hisbollah verfügt über mehrere Tausend Kämpfer, deren Kommandeure zum Teil eine militärische Ausbildung im Iran absolviert haben. Sie ist teilweise besser ausgerüstet als die libanesische Armee und war ursprünglich für den militärischen Widerstand gegen Israel gegründet worden. Im Syrienkrieg unterstützt die Hisbollah Präsident Assad militärisch; das ist auch unter libanesischen Schiiten umstritten.


Verschiedene sunnitische Geistliche haben ihre Anhänger aufgerufen, die Revolution in Syrien zu unterstützen. Besonders Scheich Ahmed Asir aus der südlichen Stadt Sidon rief zum „Dschihad“ in Syrien auf. Zu den verschiedenen militanten Palästinensergruppen gehört auch die eng mit dem syrischen Regime vernetzte Volksfront für die Befreiung Palästinas/Generalkommando unter Ahmed Dschibril. In zwei benachbarten Vierteln der Stadt Tripolis gehen immer wieder alawitische Anhänger des syrischen Regimes und sunnitische Gegner von Assad mit Waffen aufeinander los. Beide Seiten haben Kontakte zu verschiedenen Parteien.

 

 

OZ

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