Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Politik Höcke und Gauland zweifeln NRW-Listenwahl an
Nachrichten Politik Höcke und Gauland zweifeln NRW-Listenwahl an
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:13 23.11.2016
Der Thüringer AfD-Vorsitzende Björn Höcke und der stellvertretende Bundesvorsitzende Alexander Gauland gehen den NRW-Verband scharf an. Quelle: Rainer Jensen
Anzeige
Berlin/Düsseldorf

In der AfD sorgt ein Bericht über geheime Absprachen bei der Wahl der Listenkandidaten für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen für große Aufregung.

„Angesichts der vorliegenden Dokumente vom Listenparteitag scheint fraglich, ob bei der Kandidatenwahl alles mit rechten Dingen zugegangen ist“, teilten der Thüringer AfD-Vorsitzende Björn Höcke und der stellvertretende Bundesvorsitzende Alexander Gauland in einer gemeinsamen Erklärung mit. Es gehe unter anderen um „Tricksereien“. Die Listenwahl solle deshalb von einem Schiedsgericht überprüft worden.

Eine Sprecherin des Landesverbands sagte, zu der Ankündigung von Gauland und Höcke wolle man sich in NRW zunächst nicht äußern. Bisher gebe es keine Anhaltspunkte dafür, dass man die Landesliste in Frage stellen müsste, sagte Renate Zillessen der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf. Nach vorläufiger Einschätzung sei weder gegen Parteirecht noch gegen Satzungen verstoßen worden.

Höcke und Gauland bezogen sich auf einen Bericht des „Stern“, der aus geheimen Chat-Protokollen einer AfD-Gruppe in NRW zitiert hatte. Laut „Stern“ handelt es sich bei den Mitgliedern dieser „Whatsapp“-Gruppe um Unterstützer des NRW-Landesvorsitzenden Marcus Pretzell, dem Lebensgefährten der AfD-Bundesvorsitzenden Frauke Petry. Die Gruppe soll bei zwei Wahlparteitagen als Strippenzieher agiert und über Parteimitglieder gelästert haben. AfD-Mitglied Detlef Küsters soll dem Bericht zufolge an die Mitglieder der Chat-Gruppe geschrieben haben: „Was rennen bei uns nur für Vollpfosten rum“ und „was haben wir nur für Pappnasen in der Partei.“

„Diese Gruppe äußert sich in herablassender und in einer der innerparteilichen Debatte unwürdigen Art und Weise über andere AfD-Mitglieder“, kritisierten Gauland und Höcke. Sie arbeite lieber mit Tricksereien, statt mit Argumenten zu überzeugen.

Pretzell selbst erklärte auf Anfrage, er sei nicht Mitglied dieser Gruppe. Der AfD-Landeschef war Anfang September in Soest mit 54 Prozent der Delegierten-Stimmen zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl am 14. Mai gewählt worden.

Parteisprecherin Zillessen sagte, der NRW-Landesverband habe seit Samstag Kenntnis über die Äußerungen in der „Whatsapp“-Gruppe. Stil und Umgangston seien äußerst fragwürdig. Es handele sich aber nach erster Bewertung überwiegend um nachträgliche Kommentare zu den bereits vollzogenen Wahlvorgängen. „Wie wir damit in der politischen Bewertung umgehen, da sind wir noch in der Diskussion.“

dpa

Mehr zum Thema

Die „Lügenpresse“ muss draußen bleiben. Die baden-württembergische AfD schließt Journalisten von ihrem Parteitag aus. Der Grund: Manche Parteitagsredner könnten „abstruse Ansichten“ äußern, und die möchte man nicht öffentlich machen.

20.11.2016

Medienvertreter sind endgültig vom Parteitag der baden-württembergischen AfD ausgeschlossen worden. Das ergab eine Abstimmung der stimmberechtigten AfD-Mitgliederin Kehl.

20.11.2016

Seit 16 Jahren führt sie die CDU, seit 11 das Land. Die Kanzlerin wird im Ausland bejubelt - nicht aber Zuhause. Nun tritt Angela Merkel noch einmal an. Und rechnet mit ihrem bisher schwersten Wahlkampf.

20.11.2016

Ein schneller Familiennachzug bleibt für syrische Flüchtlinge vorerst die Ausnahme. Erstmals hat ein Oberverwaltungsgericht in der derzeitigen Flüchtlingssituation darüber entschieden – und den eingeschränkten Schutz gebilligt.

23.11.2016
Politik Gesundheitliche Probleme - Gauck bricht Besuch in Jena ab

Um Spitzenforschung im Gesundheitssektor dreht sich der Besuch von Bundespräsident Gauck am Mittwoch in Jena. Doch er kann ihn nicht zu Ende bringen – seine Gesundheit spielt nicht mit.

23.11.2016

Beweise gibt es nicht, aber auffällige Ergebnisse: In Bezirken mit elektronischer Stimmabgabe hat die unterlegene Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton sieben Prozent weniger Stimmen erhalten als in Bezirken, die andere Wahlmethoden verwenden. Aktivisten plädieren für eine Neuauszählung in drei US-Bundesstaaten.

23.11.2016
Anzeige