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Hofer sieht sich als „Mann des Volkes“

Wien Hofer sieht sich als „Mann des Volkes“

Als einstiger Segelflugpilot kennt er das Gefühl des Aufstiegs. Norbert Hofer hat die Herausforderung für den politischen Höhenflug zunächst eher widerwillig angenommen.

Wien. Sein Ton ist manchmal sanft und salbungsvoll. Er lächelt gern und war im Wahlkampf stets elegant mit Einstecktuch gekleidet. Norbert Hofer gilt als das „freundliche Gesicht“ der rechtspopulistischen FPÖ.

Laut polternd wie viele seiner Parteikollegen haben die Österreicher den 45-Jährigen nie erlebt.

In den vergangenen Wochen präsentierte sich der gelernte Flugzeugtechniker geschickt als „Mann des Volkes“, der die Nöte der einfachen Bürger versteht. Sollte er die Bundespräsidentenwahl gewinnen, wolle er nicht zu lange feiern, kündigte er vorher an. Wegen seiner jüngsten Tochter will der vierfache Vater spätestens um Mitternacht nach Hause.

Der passionierte Sportschütze und Burschenschafter ist maßgeblich an der Entstehung des freiheitlichen und zutiefst europakritischen Parteiprogramms beteiligt. Er selbst hat seine Haltung zu Europa zuletzt so skizziert: „Wer ein Freund Europas ist, muss sich für das subsidiäre Europa einsetzen.“ Soll heißen: Wieder mehr nationale Gestaltungsspielräume schaffen und die Macht der EU auf einzelne große Felder begrenzen. Aus heutiger Sicht würde er aber nicht für einen Austritt Österreichs aus der EU stimmen, sagte Hofer, der seit einem Paragleitunfall gehbehindert ist. Der internationalen Presse versicherte er noch am Wahltag, „keine gefährliche Person“ zu sein.

Kritiker sehen in ihm den „Wolf im Schafspelz“. Im Wahlkampf sprach Hofer gerne von seinem idyllischen Familienleben mit seiner zweiten Ehefrau. Doch andere Sätze geben Einblick in einen politischen Kosmos, der das Bild vom rüden, fremdenfeindlichen Rechtspopulisten bedient. Bei einer Rede vor Anhängern nennt Hofer die Migranten „Invasoren“ und wünscht sich „einen Zaun, wie es ihn in Ungarn gibt“.

Dabei war Hofer bis vor kurzem kaum bekannt. Er hat es in den vergangenen Jahren von der Regionalpolitik in seiner Heimat Burgenland bis an die Spitze des Nationalrats geschafft. Dort blieb er aber im Hintergrund. Zur Kandidatur für das höchste Amt im Land musste er erst überredet werden - er hielt sich noch für zu jung.

dpa

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