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Nachrichten Politik Bestehen Sie den Einbürgerungstest?
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16:27 28.08.2018
Was bedeutet Freizügigkeit und welche Staatsform haben wir in Deutschland? Seit zehn Jahren gibt es den Einbürgerungstest Quelle: Uli Deck/dpa
Berlin

 „Nicht schwieriger als eine Führerscheinprüfung“, versprach Innenstaatssekretär Peter Altmaier (CDU), als der Einbürgerungstest im Jahr 2008 eingeführt wurde. Zehn Jahre später ist die anfängliche Kritik an der Prüfung weitgehend verstummt. Vielleicht auch, weil die Prüfung so angelegt ist, dass kaum jemand durchfällt. Die Erfolgsquote liegt seit Jahren bundesweit stabil zwischen 98,2 und 98,8 Prozent. Auch die Teilnahmegebühr von 25 Euro ist kein unüberwindbares Hindernis.

Im vergangenen Jahr wurden 112.211 Menschen durch Einbürgerung Deutsche. Die meisten von ihnen stammen aus der Türkei (14.984). Wegen des bevorstehenden Brexits verzeichneten die Behörden 2017 allerdings auch einen großen Andrang von Briten (7493).

Machen Sie den Selbsttest:

Die Idee hinter dem Test, der bei einer Prüfstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge abgelegt werden muss: Wer Deutscher werden will, sollte eine Vorstellung davon haben, welche Regeln und Gebräuche das Leben seiner neuen Landsleute bestimmen. Um das sicherzustellen, müssen die neuen Staatsbürger Deutsch sprechen und den schriftlichen „Einbürgerungstest“ erfolgreich absolviert. 3 der insgesamt 33 Fragen beziehen sich auf das Bundesland, in dem der Ausländer seinen Erstwohnsitz hat. Zwischen den Bundesländern variiert die Erfolgsquote kaum. Am höchsten war sie zuletzt im Saarland (99,1 Prozent), am niedrigsten in Thüringen (96,5 Prozent).

Die guten Testergebnisse haben sicher auch damit zu tun, dass man alle Fragen und Antworten zum Üben im Internet findet. Und damit, dass jeder, der einen Antrag auf Einbürgerung stellt, den Test beliebig oft wiederholen darf.

Wer einen deutschen Schulabschluss vorweisen kann oder beim Sprach- und Integrationskurs eine bestimmte Punktzahl erreicht hat, kann sich den Einbürgerungstest übrigens sparen. Keine Ausnahme gibt es dagegen für Analphabeten. Wer nicht Lesen kann, wird deshalb laut Staatsangehörigkeitsgesetz höchstens „aus Gründen des öffentlichen Interesses oder zur Vermeidung einer besonderen Härte“ eingebürgert.

Voraussetzungen für die Einbürgerung

Allerdings ist ein bestandener Test nicht die einzige Voraussetzung, die vor einer Einbürgerung erfüllt sein müssen.  Ausländer, die einen deutschen Pass bekommen wollen, müssen  laut der Bundesausländerbeauftragten außerdem ...

... über ein unbefristetes Aufenthaltsrecht in Deutschland verfügen, 

... seit mindestens acht Jahren gewöhnlich und rechtmäßig in Deutschland leben,

... für sich und ihre Familienangehörigen ohne Sozialhilfe und Arbeitslosengeld den Lebensunterhalt sichern,

... über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen, sich zum deutschen Grundgesetz bekennen. Zudem dürfen sie nicht wegen einer Straftat verurteilt sein.

Von RND/dpa/mkr